Mit Feuer und Herd : Christian Rach öffnet Restaurantschule in Berlin

TV-Koch Christian Rach öffnet am Hausvogteiplatz eine Restaurantschule – für seine nächste Fernsehsendung.

von
Umbau. Rachs Restaurantschule zieht in die frühere Kantine von Sat 1. Foto: Heinrich
Umbau. Rachs Restaurantschule zieht in die frühere Kantine von Sat 1. Foto: Heinrich

Gekocht wird hier schon lange nicht mehr. Ofen und Herd der ehemaligen Sat-1-Kantine in der Jägerstraße sind ausgeschaltet, seit der Sender aus den Räumen nahe dem Hausvogteiplatz in Mitte nach München gezogen ist. Bald soll dort aber wieder Fett in der Pfanne brutzeln. Koch und TV-Restauranttester Christian Rach will dort im Frühjahr die zweite Staffel von „Rachs Restaurantschule“ produzieren und ein Ausbildungsrestaurant aufbauen. Die Handwerker bauen das Haus bereits um.

„Berlin ist die pulsierendste Stadt Deutschlands und das Zentrum der Macht“, sagt der Wahlhamburger Rach, 54. „Ich verstehe die Sendung auch als politisch, da muss ich nach Berlin.“ In der Restaurantschule, so das Konzept, sollen Sozialhilfeempfänger oder auch straffällig gewordene Jugendliche eine Chance erhalten, etwas Neues aufzubauen. Sie sollen das Konzept entwickeln, auch einen Namen für das Restaurant finden. Rach meint: „Wir lassen die links liegen und stopfen sie mit Geld vom Staat voll. Unternehmer müssten sich zusammenschließen und diese Leute aufnehmen.“ Wer sich nicht an die Regeln halte, fliege raus. Begleitet wird das Projekt von einem Fernsehteam.

In der ersten Staffel, während der Rach in Hamburg das „Slowman“ aufbaute, waren ehemalige Gefangene, Türsteher und Arbeitslose dabei. Für das Format „Restaurantschule“ bekam der gebürtige Saarländer im vergangenen Jahr, zusammen mit seiner Sendung „Rach, der Restauranttester“, den Deutschen Fernsehpreis verliehen.

In Berlin plant er, irgendwann einen Berufsschullehrer mit einzubinden, um Anstöße zu geben, wie die Ausbildung in der Gastronomie verbessert werden kann. In der Jägerstraße wird gerade die alte Kantine komplett umgebaut, es gibt eine neue Küche und Schulungsräume. Der Sternekoch will die zentrale Lage für sich nutzen, aber nicht in Konkurrenz zu den zahlreichen Berliner Restaurants treten. „Das Essen soll für jedermann erschwinglich sein. Allein wegen der vielen Auszubildenden können wir nicht 40 Euro für den Steinbutt verlangen, denn dann müsste der perfekt sein“, sagt er. Was dann wirklich auf der Karte steht, legen die Kandidaten fest. Kritik, dass RTL den Verlauf der Sendung bestimme, weist Rach von sich. Es gebe kein Drehbuch, der Sender lasse ihm freie Hand. Die Dreharbeiten am Hausvogteiplatz beginnen im Januar, im März soll das Restaurant öffnen, ab 16. April sollen die ersten Folgen auf RTL ausgestrahlt werden.

Die ersten zwei Monate will Rach in Berlin bleiben, danach von Hamburg aus pendeln. Dort ist er neben dem „Slowman“ am Steakhaus „Rach und Ritchy“ beteiligt, den eigenen Laden „Tafelhaus“ hat er im Herbst geschlossen. So bald wird er auch kein neues Restaurant öffnen und dort selbst hinterm Herd stehen. Die Zeit fehlt einfach, zumal er sein eigenes Qualitätssiegel für Lebensmittel mit dem Namen „Rach getestet“ ausweiten will.

Der Koch freut sich schon auf die Zeit in Berlin. „Ich gehe gerne zu Fuß vom Hauptbahnhof bis zum Pariser Platz, vorbei am Bundestag – wunderbar.“ Oder er bittet einen Taxifahrer, eine Rundfahrt durch einen Stadtteil zu machen, etwa durch Friedrichshain oder Köpenick. Und das Essen? „Die Stadt war früher gastronomische Diaspora, nun ist sie auf der Überholspur.“ So gehe er sowohl zum noblen „Fischers Fritz“ am Gendarmenmarkt als auch zum Asia-Lokal am Hackeschen Markt. „Ich bin gern im edleren Bereich an der Friedrichstraße. Bemerkenswert, was da alles passiert ist“, sagt er.

Er selbst hat am liebsten einen Braten mit Knödel auf dem Teller oder auch einen saftigen Steinbutt. Rach bestellt auch gern mal eine Currywurst, aber nur, wenn die Soße selbst gemacht ist. Doch eine, die ihm richtig schmeckt, ist selbst in Berlin eher die Ausnahme. Zum Glück hat er ja noch genügend Auswahlmöglichkeiten.

Wer sich für die Restaurantschule und einen Job in Küche oder Service bewerben möchte: restaurantschule@eyeworks.tv – oder Telefon: 0221/93 47 08 810.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben