Berlin : Mit Flutlicht

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies beschwört noch einmal die alte Agentenherrlichkeit

Dieser Tage ist der Mann, der der echte James Bond war, gestorben, und auch sein Gewerbe sieht schon ziemlich blass aus um die Nase. Beispiel: Die Umzugspläne des BND von Pullach zum ehemaligen Stadion der Weltjugend werden drei Jahre vorher öffentlich verhandelt, und das nur wenige Jahrzehnte nach einer Ära, in der es üblich war, Geheimdienstzentralen hinter verstaubten Kolonialwarenläden zu verstecken, um den Feind zu täuschen. Heute können wir froh sein, dass der BND nicht mit klingendem Spiel gleich in die Normannenstraße zieht. Obwohl das seinem Ruf vielleicht geholfen hätte. Denn Geheimdienste sollen ja schließlich gegnerische Finsterlinge in Furcht versetzen und ihnen nicht im Empfangszentrum AgentenKochbücher, Einsatz-Unterwäsche und ausgemusterte tote Briefkästen anzudrehen versuchen – solche Sachen gehören aber längst zum BND-Arsenal wie Moneypenny zu 007. Und wenn dereinst Einzug ist auf dem Stadiongelände, dann gibt es garantiert eine „Lange Nacht der Schlapphüte“. Hoffentlich machen sie nicht auch noch das Flutlicht an.

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