Berlin : Mit Gefühl

Gerd Nowakowski

wünscht sich ein Silvester mit Anteilnahme und Freude Nun rücken das unermessliche Leid und der Schrecken, von denen wir seit Tagen aus Südost-Asien erfahren, auch etlichen Familien in Berlin immer näher. Am Mittwoch hatte die Berliner Polizei noch keine einzige Vermisstenanzeige, gestern Abend waren 16 Berliner vermisst gemeldet. Seit fünf Tagen bangen viele Familien um ihre Angehörigen, nun schwindet die Hoffnung auf eine erlösende Nachricht immer mehr. Und auch unter den Menschen, die in den kommenden Tagen zurückkehren werden, werden viele sein, die großes Leid erfahren haben, die verletzt wurden, die Eltern, Kinder oder Freunde verloren. Manchem wird nicht zum Feiern sein in dieser Silvesternacht. Doch viele hunderttausend Berliner werden das neue Jahr dennoch begrüßen wollen, mit Sekt und Feuerwerk. Und niemand sollte es ihnen verübeln, trotz der schrecklichen Bilder aus Asien. Mitgefühl kann man trotzdem haben und zeigen – auch durch Spenden, die bei zahlreichen Veranstaltungen für die Flutopfer gesammelt werden. Aber wenn es nicht ganz so böllerig laut und etwas besinnlicher zuginge in der ersten Nacht des neuen Jahres, stünde das Berlin nicht schlecht an.

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