Berlin : Mit Gewalt

Banden sprengen Automaten und knacken Läden.

Powershopping. Mit dem Auto durchbrachen die Täter diese Tür. Foto: dpa
Powershopping. Mit dem Auto durchbrachen die Täter diese Tür. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Intelligenten Tätern wird gerne so etwas wie Hochachtung entgegengebracht. Kriminelle, die nur mit Brachialgewalt vorgehen, brauchen darauf nicht zu hoffen. 2013 gab es eine auffällige Fülle von Taten, bei denen Geldautomaten entweder aufgesprengt oder aus der Verankerung gerissen wurden. Und es gab eine zweite Serie von bislang sieben Taten, bei denen Unbekannte mit Autos die Türen von Geschäften aufbrachen, schnell Waren zusammenrafften und flüchteten.

Beide Vorgehensweisen haben Gemeinsamkeiten: Der angerichtete Schaden ist oft höher als der Wert der Beute. Intelligenz ist nicht nötig, nur Kaltschnäuzigkeit. Zwölf Geldautomaten sind in diesem Jahr mit Gas gesprengt worden, 18 Mal wurde es versucht. Die Täter nehmen keine Rücksicht, mehrfach flogen Schaufenster oder Fassadenteile auf die Straße und gefährdeten Passanten. Wie viele Gruppen mit dieser Methode unterwegs sind, ist unklar. Es gab im Bundesgebiet Festnahmen, es geht aber weiter.

Im Sommer gründete die Berliner Polizei eine Sonderkommission, sie nennt sich „Giro“. Am Tag vor Heiligabend gab es den bislang letzten Fall für die Soko: Im U-Bahnhof Neukölln mussten die Täter flüchten, als plötzlich ein Zeuge auftauchte. Sie ließen einen Rollkoffer mit Gasflaschen und einsatzbereitem Schweißgerät zurück. Neu ist die Masche nicht, und eine Berliner Spezialität ist es auch nicht. Bundesweit wird alles aufgesprengt, wo Geld drin sein könnte, auch Fahrkartenautomaten der Bahn.

Neu ist auch die Masche mit dem brachialen „Power-Shopping“ nicht, also das Einbrechen per Pkw. Schon im Jahr 2000 hatten Unbekannte am Alexanderplatz den Elektronikmarkt Saturn derart geknackt – genauso wie vor drei Wochen den Mediamarkt im Alexa. Als bisher letztes Geschäft traf es kurz vor Weihnachten „Apple“ am Kurfürstendamm. Die Täter waren in jedem Fall nach wenigen Minuten wieder weg, daher die Bezeichnung „Blitzeinbruch“.

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