Berlin : Mit Gold und Gelatine: Wie die Dinge zum Glänzen kommen

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Die Polimentvergoldung ist die edelste Technik des Vergolderhandwerks. Angewendet wird sie bei Möbeln, Figuren, Altären oder Wandvertäfelungen. Dazu wird das Objekt zuerst mit tierischem Leim und Kreiden grundiert und geschliffen. Oft wird diese Mischung auch graviert. Anschließend wird Poliment – das ist Tonerde mit Leim – mit einem Pinsel aufgetragen, danach destilliertes Wasser und Alkohol, das nennen die Fachleute „Netze“. Auf diese wird das Blattgold „angeschossen“. So heißt es in der Fachsprache, wenn der Vergolder mit einem Pinsel das ein zehntausendstel Millimeter dünne Blattgold aufträgt. Der Pinsel ist aus FehHaar, aus dem Schweif des sibirischen Eichhörnchens. Zuletzt wird mit einem Achat – einen Halbedelstein – die Fläche auf Hochglanz poliert.

Die Technik der Ölvergoldung wird hauptsächlich bei solchen Objekten angewendet, die wetterfest sein müssen. Zum Beispiel Turmspitzen, aber auch Stuck an der Außenfassade, Pflanzkübel wie die im Schloss Charlottenburg, oder auch Zäune für opulente Parkanlagen. Dabei werden die zu vergoldenden Teile zuerst lackiert, danach geölt. In dem Moment des Trocknens wird das Blattgold aufgetragen.

Hinterglasvergoldung wurde früher vor allem für die Werbung und Schaufenstergestaltung angewendet. So, wenn sich ein Bäcker seinen Kunden zum Beispiel als vornehmer Hoflieferant bekannt geben wollte. Bei dieser Technik trägt der Vergolder die Netze auf – in diesem Fall destilliertes Wasser mit Gelatine. Darauf wird zwei Mal Gold aufgebracht, da es so dünn ist und man sonst durchsehen könnte. hema

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