Berlin : Mit Gott auf dem Tegeler See Die Stadtmission

lädt aufs Schiff

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Dort, wo sich Berlin sonntags zu einer Art Kurort weitet, wo viele Grauhaarige an der Promenade des Tegeler Sees spazieren und Familien mit Kindern zu den Ausflugsdampfern drängen, da liegt die Moby Dick: ein als Fisch bemaltes Schiff. An diesem Morgen glänzt es silbern in der Sonne. Von Ostern bis Oktober veranstaltet die Stadtmission im Schiffsbauch jeweils am ersten Sonntag im Monat einen Schiffsgottesdienst. Wer daran teilnimmt, hat einen ganz handfesten Vorteil: Er zahlt für die Havelrundfahrt im Anschluss weniger. Das ist der Deal. „Wie Gott mir, so ich dir“ ist das Thema an diesem Sonntag. Über Hundert sind gekommen, nicht nur aus dem Norden Berlins, auch Neuköllner sind darunter, Wilmersdorfer.

Sie alle sind auf dem Weg zum Wasser an Zeitungsständern vorbeigekommen und haben die grausigen Bilder toter Kinder und verzweifelter Eltern in der Schule im russischen Beslan gesehen. „Was ist los mit unserer Welt“, fragt Pfarrer Hans Büsser in seiner Predigt. „Bedeutet Gott tatsächlich Liebe, wenn so etwas wie in Beslan passieren kann?“ Die Bibel, sagt der Lichtenberger Pfarrer, dreht sich genau um diese Fragen: Ist solche Brutalität normal? Muss das so sein? Die Antwort: Ja und nein. Ja, denn auch die Natur entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Kampfplatz. Und auch für die Menschen ist Brutalität normal, solange sie den Kontakt zu Gott abbrechen. Solange werde das Gesetz von Streit, Rache und Unrecht herrschen, sagt der Pfarrer. Durchbrechen könne man diesen Teufelskreis nur, wenn man begreife, mit welch unermesslicher Liebe Gott die Menschen liebe – so sehr, dass er Jesus, seinen Sohn geopfert habe.Und das alles für uns. Nun liege es an uns, diese Liebe weiterzugeben. Statt „Wie du mir, so ich dir“, „Wie Gott mir, so ich dir“. Wie sagt man das den Selbstmordattentätern? clk

Der nächste und für dieses Jahr letzte Schiffsgottesdienst auf der Moby Dick findet am 3. Oktober statt.

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