Berlin : Mit Harry auf Spinnenjagd

Tausend verkleidete Potter-Fans fieberten sich ab Mitternacht im Zoo-Palast durch das zweite Film-Abenteuer ihres Idols – und gruselten sich einfach wunderbar

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Ihrer Zauberhüte waren die HarryPotter-Fans im Foyer des Zoo-Palasts nicht sicher: Immer wieder stibitzte Hausgeist „Peeves“ den kostümierten Kindern die Kopfbedeckungen und gab sie erst nach Verfolgungsjagden wieder her. Ringsherum wurden derweil Karten gelegt, Flugbesen gebastelt und magische Duelle mit dem Zauberstab ausgefochten. Mehr als 1000 Besucher kamen in der Nacht zu Donnerstag zur Party und Premiere des Films „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ ins fast ausverkaufte Kino. Stadtweit startete der zweite Teil mit 35 nächtlichen Erstaufführungen, doch das Fest im Zoo-Palast war etwas Besonderes. Mitveranstalter war nämlich der größte deutsche Potter-Fanclub der Schülerinnen Saskia (16) und Sarah (12) aus Prenzlauer Berg. So kam es, dass kurz vor dem Löschen der Lichter im Kinosaal erst noch der Hauspokal der Zauberschule Hogwarts verliehen wurde. Eine Gewinnerin sang sogar eine Hymne auf ihr siegreiches „Haus Ravenclaw“. Dann sagte Saskia „Alohomora“ – den Zauberspruch zum Öffnen verriegelter Türen – und der Film ging los.

Zweieinhalb Stunden im Wechselbad der Gefühle: Gelächter, aber bei den besonders gruseligen Szenen mit der Riesenspinne Aragog auch „Igitt“-Rufe und leises Wimmern von den Rängen. Ausgerechnet beim finalen Kampf zwischen Harry und dem bösen Voldemort konnten manche der jüngsten Potter-Jünger allerdings das Gähnen nicht mehr unterdrücken, schließlich war es schon drei Uhr morgens. Trotzdem: Am Schluss folgte – müde und aufgekratzt zugleich – die Filmkritik der Fans. „Genauso gut wie Teil eins“ fanden zwei Mädchen, „noch besser und spannender“ lautete das Urteil von Fanclub-Chefin Saskia. Den eigentlichen Ansturm auf die Kinokassen erwarten die Kinobetreiber erst bei den Nachmittags- und Abendvorstellungen. Ganz so voll wie beim ersten Potter-Film werden die Säle aber wohl nicht mehr werden. „Die Begeisterung hat etwas nachgelassen“, stellte Saskia fest. Das vierte Buch von Joanne K. Rowling sei ja schon im Sommer 2001 erschienen. „Jetzt warten alle auf Band fünf.“ CD

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