Berlin : Mit Jazzmusik und Prosecco in den langen Sonnabend

Ab heute dürfen die Händler bis 20 Uhr öffnen. Manche locken mit Sonderaktionen. Andere fürchten den Konkurrenten Fußball

-

Zur Begrüßung ein Glas Sekt, Livemusik zwischen den Regalen, kleine Geschenke für die Kunden: Einige Kaufhäuser und Einkaufspassagen feiern die ab 1. Juni gültige neue SamstagsÖffnungszeit von 20 Uhr heute mit Sonderaktionen. So spielt im Kaufhof am Alexanderplatz eine Dixieland-Band, und im Kaufhausrestaurant gibt es 20 Prozent Rabatt, wie Geschäftsführer Detlef Steffens ankündigt. Außerdem beteiligt sich der Kaufhof am großen Seniorenfest, das den ganzen Tag über auf dem Alex stattfindet. In den Potsdamer-Platz-Arkaden musizieren und singen den ganzen Tag über Kinder von Berlins Musikschulen. Bei Peek & Cloppenburg in der Tauentzienstraße werden die Kunden mit kostenlosem Prosecco und Sekt bei Laune gehalten, kündigt Geschäftsleiter Hartmut Westphal an. Und bei Karstadt Tegel sollen alle Kunden ab 16 Uhr ein kleines Begrüßungsgeschenk bekommen.

Vor allem die Händler in der Innenstadt, und die Einkaufspassagen wollen die neuen Öffnungsmöglichkeiten ab heute nutzen, manche allerdings nur eingeschränkt. Bis 20 Uhr geöffnet haben unter anderem die Neuköllner Gropiuspassagen, das Weddinger Gesundbrunnen-Center, die Spandau Arcaden, das Ring-Center in Friedrichshain, das Märkische Zentrum in Marzahn, die Hallen am Borsigturm in Tegel, das Lindencenter in Hohenschönhausen, das Neue Kranzler-Eck und die Schönhauser Allee-Arkaden in Prenzlauer Berg. Ebenfalls bis 20 Uhr öffnen die Kaufhof-Warenhäuser am Ostbahnhof, im Lindencenter und in den Gropius-Passagen sowie Karstadt in Spandau und Tegel, die Galeries Lafayette an der Friedrichstraße, C & A im Neuen Ku’damm-Eck, Ikea in Spandau, Möbel Tegeler und die Hugendubel-Buchhandlungen (außer in Steglitz).

Geöffnet bis 18 Uhr haben das KaDeWe an der Tauentzienstraße, Karstadt Sport an der Joachimstaler Straße, Karstadt in der Wilmersdorfer Straße und am Hermannplatz, Wertheim am Kurfürstendamm, Wertheim Steglitz (im November und Dezember bis 20 Uhr), der Kaufhof in Hohenschönhausen, Peek & Cloppenburg und Hugendubel in Steglitz, das Design-Center Stilwerk an der Kantstraße, Niketown an der Tauentzienstraße, Möbel Höffner und Rahaus Möbel. Möbel Hübner verkauft zwischen September und April bis 18 Uhr, ansonsten weiterhin bis 16 Uhr.

Geöffnet bis 22 Uhr bleibt als einziges großes Geschäft das Kulturkaufhaus Dussmann an der Friedrichstraße, das über eine eigene Sondererlaubnis verfügt.

Bei kleineren Geschäften gibt es keine klare Linie: In der Friedrichstraße und in der City-West werden die Kunden zumeist bis 18 oder 20 Uhr Uhr bedient, aber besonders in den Randbezirken machen viele Händler schon um 14 oder 16 Uhr zu. Bei den Supermärkten hängen die Zeiten vom jeweiligen Standort ab. Insgesamt werden nach Schätzung des Einzelhandelsverbands 3500 bis 4000 Läden auch nach 16 Uhr verkaufen.

Die Erwartungen an den ersten Verkaufstag mit den neuen Öffnungszeiten gehen bei den Händlern allerdings weit auseinander. Während man am Potsdamer Platz 50 Prozent mehr Kunden als an früheren Sonnabenden erwartet, ist man am Alexanderplatz skeptisch. „Langfristig wird das sicher ein großer Erfolg, aber für heute erwarten wir eher eine schwache Beteiligung“, sagt Kaufhof-Geschäftsführer Steffens. Als Gründe nennt er unter anderem das Pfinsgstwochenende, das viele Berliner zum Wegfahren nutzen werden, sowie das Fußballspiel Deutschland-Schottland ab 16 Uhr. lvt/CD

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben