Berlin : Mit Kaffee fing alles an

Kaiser’s feiert Jubiläum – und hat neue Konzepte

Cay Dobberke

Eigentlich ist es nur Zufall, dass die zum Vorzeige-Supermarkt umgestaltete Kaiser’s-Filiale in den Potsdamer Platz Arkaden kurz vor dem 125. Firmengeburtstag fertig wurde. Trotzdem passt dies gut zu den derzeitigen Jubiläumsfeiern der Lebensmittelkette – denn so können Kunden einen Blick in die Zukunft gehobener Supermärkte werfen. „Unwiderstehlich frisch“, lautet der neue Slogan. Demnächst wird das Konzept auch am Brunsbütteler Damm in Spandau umgesetzt.

Die Filiale am Potsdamer Platz wurde nach zweimonatigem Umbau vor drei Wochen neu eröffnet. Am Eingang lockt eine Snack-Theke mit belegten Brötchen und Sandwiches, Kaffee, Kuchen und Steinofenpizza. „Wir belegen die Pizzen selbst, nur der Teig wird geliefert“, heißt es. Ein paar Schritte weiter beginnt der Frischebereich mit Obst, Gemüse, Fleisch und Käse. Der Frischwarenanteil betrage 60 Prozent statt der üblichen 40 Prozent, sagt der Geschäftsführer der Kaiser’s Tengelmann AG für die Region Berlin, Tobias Tuchlenski. Eine wichtige Rolle spielen „Konvenienz-Artikel“: bequem zurecht gemachte Portionen diverser Größen – etwa für einkaufende Singles oder den Partybedarf. Es gibt Obst- und Salatmischungen oder auch einen fertig abgepackten Sushi-Mix. „Kunden vergleichen uns schon mit dem KaDeWe“, freut sich Tuchlenski.

Die 1200-Quadratmeter-Filiale ähnelt einer Markthalle. Die Regale sind relativ niedrig, man kann deshalb fast durch den ganzen Raum blicken. Auf die Abteilungen weisen Schilder und verschiedene Bodenfarben hin. Die Wein- und Spirituosenecke wurde mit Holzregalen und Parkett besonders edel gestaltet. Hinter den Kassen steht ein Zeitungsstand.

Ihren Ursprung hatte die Handelskette im niederrheinischen Viersen: 1880 trat Firmengründer Josef Kaiser in den elterlichen Kolonialwarenladen ein. Später gründete er eine Kaffeerösterei und eröffnete die „Kaiser’s Kaffee“-Geschäfte. Stets gehörten auch Tee und Süßigkeiten zum Sortiment. 1897 entstand der erste Berliner Laden in Spandau.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg gab es rund 1900 Filialen im In- und Ausland. Zum Markenzeichen wurde die lachende Kaffeekanne. 1971 fusionierte Kaiser’s mit Tengelmann, nach dem Mauerfall übernahm die Gruppe die Ost-Berliner HO-Läden.

Kaiser’s zählt zu den 15 größten Arbeitgebern der Region. In Berlin und im Umland gibt es 153 Filialen und 5000 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Insgesamt hat die Kaiser’s Tengelmann AG 718 Filialen und 19 000 Mitarbeiter in vier Regionen. Zur Handelsgruppe gehören auch der Discounter Plus, die Textilkette Kik und die Obi-Baumärkte.

Anlässlich des Jubiläums gibt es bei Kaiser’s einige Wochen lang Rabatte, zusätzliche Artikel, festliche Dekorationen und ein Gewinnspiel. Für die Mitarbeiter aus ganz Deutschland stieg Anfang September ein Fest im Borussia-Park in Mönchengladbach.

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