Berlin : Mit Kind und Baedeker auf Rätsel-Tour

Hunderte Leser erlebten gestern den ersten „perfekten Tag“ unserer neuen Serie – bei einer Stadtrally, in Sandburgen und anderswo

Christoph Stollowsky

Sie hatten den Berlin-Baedeker im Rucksack und die Jüngsten auf der Schulter. Und sie studierten die Straßenpläne, als ginge es darum, im Schnelldurchgang alle Besonderheiten Berlins auswendig zu lernen: So zogen rund 70 Tagesspiegel-Leser am Sonntag gut vier Stunden lang zu Fuß durch Mitte und entdeckten ihre eigene Stadt ganz neu. Es war eine Schnitzeljagd der besonderen Art mit 22 Stopps, an denen sie die Geschichte des bronzenen Drachentöters im Nikolaiviertel herausfinden, den Baustil der Sophienkirche ermitteln und andere Aufgaben lösen mussten. Und es war eine Premiere: Denn gestern ging unsere neue Ferienserie „Der perfekte Tag“ in die erste Veranstaltungsrunde – mit der Rallye und anderen vom Tagesspiegel organisierten oder zusammengestellten Aktionen.

Diesen ersten perfekten Tag für daheimgebliebene Leser hatten wir am vergangenen Freitag auf einer Sonderseite angekündigt. Sie enthielt das ideale Tagesprogramm für Workaholics und alle aktiven Leute, die in ihrer Freizeit gerne etwas unternehmen. Hunderte nahmen die Chance wahr und gönnten sich einen tollen Sonntag: Sie meldeten sich flugs zum Salsa-Schnupperkurs, zum Architektur-Rundgang, zur Kampfsport-Probierstunde an – oder gingen einfach hin, falls die Zahl der Plätze nicht begrenzt war.

Zum Beispiel zur East-Side-Gallery, wo Sandkünstler riesige Skulpturen präsentieren und jedermann aus Sand seine Traumburg bauen kann. Sonntag früh um 9 Uhr allerdings kamen selbst die härtesten Workaholics noch nicht aus den Federn, weshalb Joggingtrainer Jens Karraß nur wenige im Gefolge hatte. Am Abend war an anderer Stelle umso mehr los: Besonders Jugendliche kurvten zur Blade Night auf Rollerskates über die Straße des 17. Juni oder führten das Queue in den empfohlenen Billiard-Salons.

So richtig gemütlich war’s auf der Wiese hinter dem Berliner Dom, als sich dort alle Teams der Stadtrally auf halber Strecke zum Picknick trafen. Ganze Familien gingen auf Erkundungstour. Pauline, gerade zwei Jahre alt, löffelte ihren Reisbrei, und der dreizehnjährige David war stolz auf seine Cleverness. Schließlich hatte er die Idee, im Teeladen im Nikolaiviertel die Waage zu benutzen. Seine Gruppe sollte einen 30 Gramm schweren Stein zur Endauswertung bringen. Und Lehrer Hans Lausch war des Lobes voll für die Organisatoren des Spaßes, die Outdor-Agentur „timebandits. „Das ist die pfiffigste Rallye, die ich erlebt habe.“ Dann plauderte er mit seinem Nachbarn, als seien sie lange befreundet. Tatsächlich hatten sie sich sonntagfrüh kennengelernt.

Übrigens: Viele Leser, die dabei waren, müssen heute wieder arbeiten. Für sie war der perfekter Tag ein Kurzurlaub. „Es geht doch darum, einmal aus dem Alltag auszubrechen.“

Der nächste „perfekte Tag“ am kommenden Mittwoch ist ein Highlight für Technikfreunde. Das Programm finden Sie heute auf Seite 10.

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