• Mit Knöllchen und Abschleppwagen: Die Verkehrspolizei zeigt, was sie tut - und wird von Radfahrern gelobt

Mit Knöllchen und Abschleppwagen : Die Verkehrspolizei zeigt, was sie tut - und wird von Radfahrern gelobt

Zwei Tage lang zeigen Fahrradstaffel und Verkehrsdienst der Polizei ihre Arbeit live auf Twitter. Wie es mit der Staffel weitergeht, ist noch unklar.

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Wachsende Bewegung. Der Radverkehr in Berlin nimmt stetig zu - bei jedem Wetter.
Wachsende Bewegung. Der Radverkehr in Berlin nimmt stetig zu - bei jedem Wetter.Foto: dpa

Ein Motorradfahrer rast mitten in der Stadt mit mehr als 100 Stundenkilometern am Polizeiwagen vorbei, die Radstreifen in der City sind wie üblich zugeparkt, am Ernst-Reuter-Platz werden für Geisterradler 20 Euro fällig – und die wie üblich emotional erhitzte Netzgemeinde lernt ein neues Wort: „Beknöllen“. Der erste von zwei Twittertagen ist geschafft.

Auch am Mittwoch dokumentiert die Polizei via Social Media den Alltag von Fahrradstaffel und motorisiertem Verkehrsdienst, um an Regeln zu erinnern und Verständnis für die jeweils anderen Verkehrsteilnehmer zu wecken: Ein Fahrradpolizist erklärt in die Kamera, dass Fußgänger nicht blind über den Radweg laufen dürfen, während hinter ihm Fußgänger blind über den Radweg laufen. Ein anderer lässt einen Twingo von einer Fußgängerfurt abschleppen, während Kollegen per Motorrad auf dem Kurfürstendamm einen Ferrari von der Busspur holen.

Die Testphase der Fahrradstaffel ist zu Ende

Die Tweets werden reichlich kommentiert – oft lobend nach dem Motto: „Müsste viel öfter und konsequenter gemacht werden“, teils auch gehässig. Auffällig ist, dass die Polizei diesmal vor allem versucht, den Radfahrern mehr Sicherheit zu verschaffen: Immer wieder postet sie Bilder von freigeschleppten Fahrradspuren - und erntet dafür viel Zustimmung. Viele User verbinden ihr Lob mit der Aufforderung an Polizeien in anderen Städten, dem Berliner Vorbild zu folgen. Die lässt aber auch die Radfahrer nicht unbehelligt: Wer beim Fahren telefoniert, wird angehalten und muss 25 Euro zahlen.

Wie es mit der Fahrradstaffel der Polizei nach der dreijährigen Pilotphase weitergeht, ist nach Auskunft des Präsidiums noch offen: „Zurzeit werden verschiedene Handlungsoptionen polizeiintern bewertet, verlässliche Entscheidungen stehen jedoch noch aus“, hieß es auf Nachfrage. Fest stehe aber, dass die Staffel künftig komplett aus dem Polizeihaushalt finanziert werde. Für die am 30. Juni abgelaufene Testphase hatten Senatsverwaltung und Versicherungswirtschaft Geld zugeschossen. Eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer ergab, dass die Staffel tatsächlich hilft, typische Unfälle in ihrem Einsatzgebiet zu vermeiden. Fahrradlobbyisten fordern, Polizeibeamte in allen Berliner Bezirken per Fahrrad auf Streife zu schicken.

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