Berlin : Mit Knüppel

Andreas Conrad

Flieger, grüß mir die Sonne, grüß mir die Sterne und grüß mir den Mond.“ Ja, Hans Albers, der kannte noch den Traum vom Fliegen, lebte noch in Zeiten, als ein Pilot selbst bei Totalverlust seiner Maschine nicht den Humor verlor. „Hiermit eröffne ich die Badesaison“, verkündete Quax der Bruchpilot alias Heinz Rühmann, nachdem er den Doppeldecker in den Dorfteich gesteuert hatte. Das sollte der Kapitän eines Airbus A380 mal wagen. Aber der kann ja auch nicht wie Quax den Knüppel zwischen seinen Beinen einfach rausschrauben und wegwerfen, er hat nicht mal einen, sondern steuert nur mit einem Stöckchen, als wäre sein Riese ein Spielzeug. Wie ohnehin moderne Flugzeuge vieles von dem nicht mehr besitzen, das einst den Reiz des Fliegens ausmachte. Die Magie des Authentischen, das mit digitalisierter Technik zunehmend flöten geht, die Aura der Pioniertat, die alten Maschinen noch nach Jahrzehnten anhaftet, der Hauch des Abenteuerlichen, der im Luftstrom ihrer Holzpropeller über den Flugplatz fegt. Und jederzeit darf man einen Looping wagen. Im Airbus wäre man damit automatisch Bruchpilot.

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