Berlin : Mit Kochlöffel und Trapez

Sternekoch Eckart Witzigmann hat sein Zelt aufgeschlagen

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Die Bestellung ist nun raus: fünf Tonnen Rindfleisch und sechs Tonnen Steinbutt. Sie werden in den kommenden Monaten im RestaurantTheater des Sternekochs Eckart Witzigmann zubereitet und serviert. Am 23. Oktober ist Premiere am Leipziger Platz. Am Dienstag ging der Aufbau der beiden Zelte des „Palazzo Witzigmann“ zu Ende. Sieben Tage brauchten 18 Arbeiter dafür, die beiden historischen Zelte aufzustellen, die weinroten Polster im Innern zu montieren, die echten Tiffany-Lampen aufzuhängen.

Bis 15. Februar 2004 serviert Witzigmann parallel zu einer dreieinhalbstündigen Varieté-Vorstellung ein viergängiges Menü. Damit die Gäste während der Wintermonate keine kalten Füße bekommen, werden die beiden Zelte auf 22 Grad geheizt. „Die Zelte sind komplett abgedichtet und mit Styropor isoliert“, sagt Aufbauleiter Markus Groh, „Heißluft wird von oben ins Zelt gepumpt, und ein Rohrsystem unter dem Boden bildet eine Art Fußbodenheizung.“ Die tausend Liter fassenden Heizöltanks müssen jeden Tag nachgefüllt werden. Mit der Energie, die während der drei Monate verbraucht wird, könnte man ein Einfamilienhaus zehn Jahre lang heizen.

Auch das Essen muss heiß bleiben. Deshalb wird schnell serviert. „Bei uns braucht kein Gericht länger als eine Minute zum Tisch“, sagt Gastronomie-Chef Kay-Uwe Stein. 20 Köche und Küchenhilfen bereiten Flusskrebse, Steinbutt mit Tomatenkruste, Milchkalb im Weißbrotmantel und Cappuccinomousse zu. 20 Kellner servieren das Menü. Wer sich besonders auf Eckart Witzigmann freut, wird aber möglicherweise enttäuscht. Er steht nur alle zwei Wochen für zwei bis drei Tage selbst am Herd. Den Rest der Zeit reist er zwischen seinen weiteren Palazzo-Zelten in Düsseldorf, Frankfurt und München hin und her.

Karten für das Restaurant-Theater kosten zwischen 109 Euro und 129 Euro (exklusive Getränke). Inbegriffen ist das Essen und die Show mit Artisten aus der Kiewer Zirkusschule, Komikern, Jongleuren, Akrobaten und Musikern. Trapezkünstler versuchen, die Schwerkraft zu überlisten, und tanzen ein Luftballett. Vor den Zelten stehen 100 Parkplätze zur Verfügung. Besser ist es natürlich, mit Bahn, Bus oder Taxi zu kommen. Schließlich gibt’s ja auch Wein zu trinken. Eine Lkw-Ladung steht schon bereit. jule

Eckart Witzigmann Palazzo. Das völlig verrückte Restaurant-Theater im Spiegelpalast. Leipziger Platz (am Potsdamer Platz), 23. Oktober 2003 bis 15. Februar 2004. Karten 109 Euro bis 129 Euro. Weitere Informationen und Karten unter: (01805) 725200.

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