Berlin : Mit Mozart, Messen und Malern durchs WM-Jahr

Täglich 1500 Termine: Die Höhepunkte des Berliner Veranstaltungskalenders in den kommenden zwölf Monaten

Lothar Heinke

Das neue Jahr hat noch gar nicht richtig angefangen, da stehen der Stadt schon die ersten großen Spektakel ins Haus. Das wohl bedeutendste Ereignis 2006, die Fußball-Weltmeisterschaft, beginnt zwar erst im Juni, aber schon in den nächsten Wochen wird es den ersten Besucheransturm geben: Am 13. Januar beginnt die Grüne Woche. Dann ziehen diverse Modemessen an, und ab 9. Februar treffen sich die Cineasten zu den Internationalen Filmfestspielen.

So geht es weiter, Schlag auf Schlag. Auch 2006 gilt: Berlin hat für jeden etwas. „Der Berliner Veranstaltungskalender verzeichnet täglich etwa 1500 Termine“, teilt die Berlin-Tourismus Marketinggesellschaft (BTM) mit und wirbt weltweit mit „einer Vielfalt, die ihresgleichen sucht“. Wo sind dabei die 2006er Rosinen? Worauf können wir uns besonders freuen, und was macht unsere Stadt auch im neuen Jahr zu Deutschlands Tourismusziel Nummer eins?

In den ersten Wochen gibt die Musik den Takt an: Zu Mozarts 250. Geburtstag am 27. Januar und zu einem Puccini-Festival vom 8. Januar bis 10. Februar in der Deutschen Oper, die sechs der zehn Opern Giacomo Puccinis auf die Bühne bringt. Eine große Themenausstellung wird die Besucher in Scharen in die Neue Nationalgalerie locken. Sie zeigt vom 17. Februar bis 17. Mai „Melancholie – Genie und Wahnsinn in der Kunst“. Mit dabei: Dürer, Runge, Böcklin, Picasso, Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ und Edvard Munchs „Melancholie“. Vom 12. April bis 10. Juli wird es vor dem Martin-Gropius-Bau Schlangen geben: „Barock im Vatikan – Kunst und Kultur am Hof der Päpste in Rom“.

Der Reiseweltmeister Deutschland hat seine Olympiade vom 8. bis 12. März – die Internationale Tourismusbörse ITB bringt die schönsten Ferienziele in die Messehallen am Funkturm. Ähnlich spektakulär ist an gleicher Stelle die Internationale Funkausstellung vom 1. bis 6. September. Der dritte Magnet dieser Art findet zwischen Himmel und Erde auf dem Flughafen Schönefeld statt: vom 16. bis 21. Mai bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA. Als Gast zum ersten Male in Berlin: der Airbus A 380, das größte Passagierflugzeug der Welt.

Vier Neu- oder Wiedereröffnungen bereichern das kulturelle Spektrum Berlins: Endlich, nach über sechs Jahren Umbau-, Warte- und Leerstandzeit, eröffnet zu Pfingsten das Deutsche Historische Museum seine Dauerausstellung über 2000 Jahre deutscher Historie – auf 7500 Quadratmeter in zwei Zeughaus-Etagen, voll mit Zeugnissen von den alten Germanen bis zur Wiedervereinigung – die „Linden“ beleben sich. Und auch am Wannsee gibt es ein neu gestaltetes Juwel: Ab 25. März zeigt die neue Dauerausstellung zu Max Liebermann, wie der Maler einst in seiner nun vollständig restaurierten Villa gearbeitet und gelebt hat.

Zwei Etablissements ganz anderer Art möchten die „goldenen Zwanziger“ in die Stadt zurück holen: Ende April soll das Metropol-Theater am Bahnhof Friedrichstraße als „Admiralspalast“ wieder auferstehen – ein Amüsiertempel mit mehreren Bühnen und einem Dampfbad im Jugendstil-Ambiente. Wie früher. Von „subtiler Sinnlichkeit und gehobener Gastronomie“ ist die Rede, wenn ab Anfang Mai ein „Theater der Sinne“ mit 300 Plätzen am Marlene-Dietrich-Platz eröffnet. Hier gibt es Essen, Trinken und schöne Frauen, vor allem aber „Belle et Fou – das Spiel mit der Lust“.

Nicht zu vergessen, Berlins Klassiker: der Karneval der Kulturen (2.-5. Juni), die Lesben- und Schwulenparade des Christopher Street Day (22. Juli), die Philharmoniker in der Waldbühne (18. Juni), Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt (6. - 10. Juli) und das Gauklerfest Unter den Linden (4. - 13. August). Im Juli, kurz nach der WM, kommen erst die Rolling Stones ins Olympiastadion, dann Robbie Williams. Der Ort des Endspiels ist schon am 29. April beim deutschen Pokalfinale bis auf den letzten Platz besetzt. Die Hotels und Restaurants, die Taxifahrer und Geschäfte freuen sich schon, und nicht nur sie. Willkommen!

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