Berlin : Mit Mut gegen Gewalt

Immer mehr Menschen stellen sich Schlägern entgegen

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Immer wieder machen solche Fälle Schlagzeilen: Berliner zeigen Zivilcourage – und werden halb tot geschlagen. Dennoch ziehen immer mehr Menschen aus solchen Fällen offenbar nicht den Schluss, dass es am besten ist, den Mund zu halten und wegzuschauen. „Im Gegenteil“, sagt der Berliner Polizeipsychologe Karl Mollenhauer. „Die Hilfsbereitschaft hat zugenommen. Das zeigen Untersuchungen. Mehr Menschen denn je schreiten im Notfall ein.“ Zugleich geht es nach den Erfahrungen der Polizei in Berlin aber auch aggressiver zu. Besonders bei Jugendlichen ist „die Bereitschaft zur Gewalttätigkeit“ laut Karl Mollenhauer in den vergangenen Jahren „leicht gestiegen“.

Beides bestätigt sein Kollege Reinhard Kautz vom AntiGewalt-Projekt der Berliner Polizei. Seit zehn Jahren bringt er Schülern und Erwachsenen in Seminaren bei, wie man Randalierern und Schlägern geschickt entgegentritt, ohne deren Zorn zusätzlich zu schüren. Und er beobachtet gleichfalls, „dass die Hilfsbereitschaft wächst, besonders in jüngerer Zeit“. Vor allem die intensive Diskussion solcher Fälle in der Öffentlichkeit trage dazu bei. „Wir sind alle sensibler geworden.“

Gleichwohl will Kriminalhauptkommissar Kautz nichts beschönigen. Wer einschreitet, handelt stets riskant. Deshalb gibt er Verhaltenstipps – und deshalb setzt sich die Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“ auch für die Interessen jener ein, die Zivilcourage gezeigt haben und dabei verletzt wurden. So informieren ihre Juristen und Psychologen beispielsweise kostenlos über die Hilfen der Unfallkasse Berlin: Wer in der Not hilft und Schaden erleidet, kann seine Ansprüche dort geltend machen. cs/rau

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