Berlin : Mit Nadel und Netzwerk

Modeschule Esmod ist in Grundschule umgezogen

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Esmod nennt sich die Modeschule und ihre Studenten heißen Schüler. Als Erstes lernen sie, eine Figurine zu zeichnen, darauf einen Rock zu malen und diesen zu nähen. Deshalb ist es nur konsequent, dass die private Esmod jetzt in eine richtige Schule gezogen ist. Die Kreuzberger Kurt-Held-Grundschule am Görlitzer Park wurde im vergangenen Jahr wegen Schülermangels geschlossen. Dagegen platzte die Esmod, die seit zwölf Jahren eine Fabriketage an der Spree gemietet hatte, aus allen Nähten. Also wurden die Kindermalereien in den Fluren mit weißer Farbe überstrichen, die Holzböden geschliffen, zwei Klassenzimmer zu einem Atelier gemacht und Nähmaschinen sowie Kleiderbüsten aufgestellt.

Vor einem Monat fingen 96 neue Schüler, die unter 400 Bewerbern ausgewählt wurden, hier ihr Studium an. Nur 15 Prozent von ihnen kommen aus Berlin. Viele haben gerade erst ihr Abitur in Göppingen, Köln oder Flensburg gemacht. Alle mit einem Ziel: Mode machen in Berlin.

Denn auch wenn die Modemesse Bread & Butter gerade ihren Rückzug aus Berlin bekannt gegeben hat – Berlin ist unter Modedesignern beliebt und die 30 Esmod-Absolventen, die sich hier selbstständig gemacht haben, werden weiter an ihren Kollektionen arbeiten. Das können einige von ihnen demnächst auch in dem alten, mehr als 2500 Quadratmeter großen Backsteingebäude tun. Nachwuchsdesigner aus Berlin können sich für eines der sechs Ateliers bewerben, die gerade renoviert werden. Nur die Betriebskosten müssen sie zahlen, sagt Schulleiter Klaus Metz.

Zusammen mit seiner Partnerin Silvia Kadolsky knüpft er ständig an Netzwerken, die seinen Schülern nützen könnten. Kaum ein Modewettbewerb, wo die Absolventen der Esmod nicht dabei sind – und gewinnen: Gerade auf Usedom den Baltic Fashion Award und in Berlin das Moët Chandon Fashion Debüt. Deshalb steht im Flur auch ein Aufsteller, mit der Aufschrift „Wir sind stolz auf unsere erfolgreichen Gewinner“. Wenn das keine Motivationshilfe ist.GTH

Weiteres im Internet:

www.esmod.de

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