Berlin : Mit Pinsel

Bernd Matthies

über die unbekannten Probleme unserer Verwaltung Wir Außenstehenden sind ja stets geneigt, die Arbeit der öffentlichen Verwaltung pauschal abzutun: Was zum Teufel machen die da den ganzen Tag? Dabei haben wir nur keine Ahnung vom innigen Schalten und Walten, das sich hinter den geschlossenen Bürotüren abspielt. Das Auftragen von bislang fehlenden Fahrbahnmarkierungen auf dem östlichen Teil der Straße des 17. Juni zum Beispiel läuft durchaus nicht so, dass der Mann vom Tiefbauamt einfach jemanden mit dem Pinsel rausschickt. Nein – dahinter steckt ein unglaublich komplizierter Abstimmungs- und Überzeugungsprozess, der mit Ausnahme des Fischereiamtes offenbar die komplette Berliner Verwaltung beschäftigt hat.

Keine Frage: Die Entscheidung für die Markierung ist richtig – jeder, der dort mal mit dem Auto langgefahren ist, hat sich über das Herumeiern und trotzige Anhupen der anderen geärgert. Allerdings könnte sich herausstellen, dass nun, weil alle die gleichen Linien fahren, tiefe, teure Spurrillen in die Fahrbahn gedrückt werden. Und das wäre sicher ein Zeichen dafür, dass sie in der Verwaltung am Ende doch zu wenig diskutiert haben. (Seite 12)

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