Berlin : Mit Plato und Schiller auf der Schulbank

Das altsprachliche Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf feiert mit einem Festakt seinen 50. Geburtstag

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Eine renommierte Schule feiert Jubiläum: Am Montag, dem 10.Mai, wird das Wilmersdorfer GoetheGymnasium 50 Jahre alt. 200 geladene Gäste versammeln sich um 11 Uhr zum Festakt in der Aula; anschließend steht die Woche im Zeichen des Geburtstags. Das Gymnasium sieht sich in der Tradition des altsprachlichen Bismarck-Gymnasiums, das 1945 geschlossen wurde.

Nach dem Krieg dauerte es noch mehrere Jahre, bis sich die Befürworter der humanistischen Bildung mit ihrer Forderung nach einer Fortführung dieser Tradition in Berlin Gehör verschaffen konnten. Entscheidend war im November 1953 ein Appell verschiedener Prominenter, unter ihnen die Rektoren der Freien und Technischen Universität: Sie forderten den Senat auf, all jenen Schülern humanistische Bildung zu ermöglichen, die dies wünschten. Die Beschäftigung mit alten Sprachen fördere Abstraktionsfähigkeit und Einfühlungsvermögen und sei damit für jeden Studienzweig eine wertvolle Vorbereitung.

Ein halbes Jahr später, exakt am 10. Mai 1954, folgte der Senat diesen Argumenten in einem Gründungsbeschluss. Darin wurde das Goethe-Gymnasium als „grundständiges humanistisches Gymnasium“ eingerichtet, beginnt also seither, abweichend von der Berliner Praxis, mit der 5. Klasse – und dort mit Latein als erster Fremdsprache. Es gehe dabei nicht nur um die Vermittlung sprachlicher Kenntnisse, hieß es, sondern Latein solle das Fundament für einen ganzen Bildungsbereich mit Ausstrahlung auf andere Fächer sein. An diesem Grundprinzip hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. Nach Latein und Englisch kommt in der 8. Klasse Altgriechisch als weitere Fremdsprache hinzu. Seit 1999 ist Marianne Weiland Schulleiterin.

Am kommenden Dienstag stellt sich die Schule bei einem Tag der Offenen Tür von 9 bis 16 Uhr der Öffentlichkeit vor. Dabei kann die Ausstellung „Die unendliche Geschichte“ besichtigt werden; ab 12 Uhr geben die verschiedenen Fachbereiche einen Einblick in ihre Arbeit. bm

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