Berlin : Mit Rang und Namen

Die geplante Anschutz-Halle am Ostbahnhof wird vielleicht nach O2 oder Nokia heißen

Stefan Jacobs,Christian van Lessen

Viele Monate war es still geworden um das 150-Millionen-Bauprojekt Anschutz- Halle am Ostbahnhof. Der Investor suchte, bevor es ernsthaft mit den Hallenarbeiten losgehen sollte, nach einem finanzkräftigen Namensgeber für das Bauwerk. Nun scheint eine Lösung in Sicht. Das Unternehmen bestätigte gestern „umfangreiche Gespräche“, unter anderem mit dem Telefon-Unternehmen O2 und dem Elektronikkonzern Nokia. Über Einzelheiten hätten aber alle Seiten noch Stillschweigen vereinbart, hieß es.

Noch könne man nicht sagen, wann ein Vertrag unterschrieben werde, aber die Dinge hätten sich „gefestigt und konkretisiert“. Man sei guter Dinge, bald zu einer Lösung zu kommen. Es handele sich um den größten Namensdeal für eine überdachte Arena in Deutschland. Informationen, denen zufolge der Partner für die Namensgebung rund 50 Millionen Euro bezahlt, wurden nicht bestätigt. Anschutz hat Erfahrungen mit der Vergabe von Namensrechten für seine Hallen: In Los Angeles zahlte der Büroausstatter Staples 116 Millionen Dollar für die Namensrechte für 20 Jahre.

Beim Mobilfunkanbieter O2 gab man sich gestern zurückhaltend: „Es stimmt, dass wir uns das anschauen“, hieß es zwar, „aber wir prüfen laufend verschiedenste Projekte.“ Bekannt sei auch, dass Anschutz mit anderen potenziellen Partnern parallel verhandele. Einen Zeitplan für ein Ja oder Nein gibt es nach Angaben von O2 ebenfalls nicht – in jedem Fall stehe eine Entscheidung nicht unmittelbar bevor. Schon im April dieses Jahres hatte Detlef Kornett, Europa-Manager der Anschutz-Gruppe, die Entscheidung für das Projekt in Berlin bekräftigt – unter der Voraussetzung, dass das Namensrecht an ein zahlungskräftiges Unternehmen vergeben werde. Die Anschutz- Gruppe habe schon einen „größeren zweistelligen“ Millionenbetrag in das Projekt investiert, hieß es damals. Zugleich wurde die Präsentation eines Namensgebers in Aussicht gestellt – und die Jahreswende 2007/2008 als denkbarer Eröffnungstermin genannt.

Nach Auskunft der Senatsbauverwaltung wird mit einem Bauantrag für die Halle im zuständigen Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zum Jahresende gerechnet. Wenn bald ein Name gefunden sei, „könne es endlich richtig losgehen.“ Die Straßenarbeiten liefen planmäßig.

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