• Mit Rap-Songs gegen Kürzungen im Jugendetat Demo der Sozialverbände. Opposition pflichtet bei

Berlin : Mit Rap-Songs gegen Kürzungen im Jugendetat Demo der Sozialverbände. Opposition pflichtet bei

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So spontan kann Protest sein: Da liest ein Erwachsener die Parolen gegen Haushaltskürzungen vor, und schon schnappt sich ein Jugendlicher ein Mikro – und macht aus den politischen Appellen einen RapSong. So geschehen auf dem Wagen des „Yaam“-Jugendzentrums, einem der Teilnehmer der gestrigen Demonstration gegen die Kürzungen bei der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Über 1000 junge und ältere Menschen zogen vom S-Bahnhof Friedrichstraße durch die Ost-City bis zum Potsdamer Platz, dort traf man sich gegen 17 Uhr zur Abschlusskundgebung.

Die Demo war Teil der Kampagne „Berlin bleibt sozial“, mit der die Wohlfahrtsverbände auf die ihrer Ansicht nicht mehr zu verkraftenden Kürzungen im Sozialwesen hinweisen. Gerade hatten die Träger der Hilfen zur Erziehung einen berlinweiten Aktionstag veranstaltet, gestern nun zogen sie mit Trillerpfeifen und Lufballons durch die Stadt: Klienten und Mitarbeiter von Wohngruppen, Kriseneinrichtungen, Kinderheimen. Eltern liefen mit, denen bislang noch Familienhelfer zur Seite stehen. Doch gerade in einer Stadt, in der zunehmend Jugendliche auffällig werden oder gar andere töten wie jüngst Ken M. den kleinen Christian, dürfe nicht weiter bei der Prävention gekürzt werden, warnte Kampagnen-Sprecherin Elfi Witten. Die Finanzverwaltung plant, im Haushaltsjahr 2006/2007 rund 33 Millionen Euro bei den Hilfen zur Erziehung zu kürzen. In den vergangenen drei Jahren seien jedoch bereits 128 Millionen Euro gestrichen worden.

Die Sparpläne stoßen auch auf scharfe Kritik bei den Oppositionsfraktionen im Abgeordnetenhaus. Der Hauptstadt drohe ein „Super-Gau“, die Jugendhilfe sei durch die Kürzungen existentiell gefährdet, sagte der jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sascha Steuer der Agentur ddp. Die Zahl der „Hochrisiko- und Multiproblemfamilien“ liege weit höher als die Zahl der Familien, die Hilfen erhalten. Eine Kürzung der Mittel sei finanzpolitisch kurzsichtig, die Kosten würden nur in die Zukunft verschoben, sagt Ramona Pop von den Grünen. kög

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