Berlin : Mit Ronaldinho Hand in Hand

Jerome (9) durfte den Star aufs Feld begleiten

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„Ronaldinho und ich, wir waren ganz schön aufgeregt vor dem Spiel. Auf einmal stand er neben mir und hat meine Hand genommen, da war ich noch ganz verzweifelt. Seine Hand war aber ganz warm. Ich habe dann auf Deutsch zu ihm gesagt: Ich hoffe, dass ihr gewinnt. Da hat er geantwortet: Das hoffe ich auch. Ronaldinho kann ja ein bisschen Deutsch.

Kaka habe ich auch gesehen, das ist eigentlich mein Lieblingsspieler, aber mir war es egal, mit wem ich aufs Feld laufe. Bis es hieß, zieht eure Trikots an, wusste ich noch nicht mal, bei welcher Mannschaft ich eingeteilt bin. Aber die Brasilianer waren mit schon lieber.

Wenn man auf dem Spielfeld steht, sieht das Stadion gar nicht so groß aus. Alle Fußballspieler standen ganz ruhig da, nur Ronaldinho hat noch trainiert, der ist immer vor- und zurückgelaufen, bis die Nationalhymne angefangen hat. Die Musik kannte ich schon von der Probe, da war ich noch einer von den Kroaten, Nummer elf. Aber so richtig viel habe ich von der Zeremonie nicht mitbekommen, ich musste mich ziemlich konzentrieren und habe die ganze Zeit aufs Publikum geguckt. Meine Freunde saßen alle zu Hause vor dem Fernseher. Als alles vorbei war, haben wir uns an den Händen gefasst und sind zurück in die Katakomben. Wir durften nicht auf die weiße Linie treten, weil sie sonst kaputtgeht, haben sie gesagt.

Während des Spiels saß ich mit den anderen Kindern und meiner Mutter auf der Tribüne. Ich habe es mir ehrlich gesagt ganz anders vorgestellt. Im Fernsehen ist es immer viel ruhiger. Aber so war ich viel näher dran. Ronaldinho hat mal versucht, ein Kopfballtor zu machen. Die Kroaten haben auch gut gespielt, aber Dida, der Torwart, hat ja zum Glück alles gehalten. Weil ich so spät zu Hause in Marienfelde war, hatte ich am nächsten Tag schulfrei. Morgens habe ich als Erstes das Trikot wieder angezogen: schwarze, glänzende Kicker, rote Stulpen und das Hemd. Fühlt sich toll an auf der Haut.“

Aufgezeichnet von Anne Haeming

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