Berlin : Mit Worten durch Konflikte lotsen

1500 Streitschlichter gibt es an Berlins Schulen – gestern wurden sie vom Senat ausgezeichnet

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„Deine Mutter ist eine Hure“ – ein Beispiel für die massiven Beleidigungen und Ehrverletzungen, die viele Schüler tagtäglich zu hören bekommen. Ihr Alltag wird damit zur Hölle. Hauptsächlich sind es verbale Gewalttätigkeiten, bei denen die Konfliktlotsen in Berlins Schulen einschreiten müssen. So zumindest beschreiben es viele der Konfliktlotsen der Berliner Oberschulen, die gestern in der FriedrichEbert-Stiftung in Tiergarten für ihre Tätigkeit mit einer Urkunde vom Senat ausgezeichnet wurden. 1992 hat das Projekt an einer Schule mit neun Konfliktlotsen angefangen, mittlerweile gibt es 1500 dieser Streitschlichter –auch Mediatoren genannt – in Berlin. Die gemeldeten Gewaltvorfälle an Schulen sind von 154 im Schuljahr 2001/02 auf 89 im vergangenen Jahr zurückgegangen.

Becky (16) von der Max-Laue-Oberschule (Steglitz) ist eine Schlichterin. „Wir hören den Streitenden genau zu und versuchen, für die Probleme Lösungen zu finden.“ Vor einem Jahr, als sie auf eine andere Schule ging, hätte sie sich selbst solche Hilfe gewünscht. Mitschüler hatten sie gemobbt, indem sie eine „Hass-Homepage“ unter ihrem Namen ins Internet gestellt hatten.tabu

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