Berlin : Mitte: Bodenplatte der Reichskanzlei teilweise freigelegt

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Bei Bauarbeiten hinter dem Mosse-Palais am Leipziger Platz ist die Bodenplatte der ehemaligen Neuen Reichskanzlei freigelegt worden. Landeskonservator Jörg Haspel sagte, Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes seien seit etwa einer Woche dabei, die Ausschachtungsarbeiten für ein Büro- und Geschäftshaus an der Voßstraße zur Dokumentation zu begleiten. Möglicherweise seien in einzelnen Bereichen noch Fußbodenpflasterungen zu finden; die Wahrscheinlichkeit, aufschlussreiche Stücke zu bergen, sei jedoch sehr gering. Nach der Sprengung der Neuen Reichskanzlei 1952/53 seien die Keller mit beliebigem Schutt gefüllt worden. Das brauchbare Baumaterial sei bereits zuvor in der Humboldt-Universität, der U-Bahn-Station Mohrenstraße und für zwei sowjetische Ehrenmale verbaut worden. Auch die Hoffnung, Überreste der Vorgängerbauten der Reichskanzlei zu finden, hätten sich bisher immer zerschlagen.

"Wir wussten seit längerem, dass sich die zweieinhalb Meter starke Betonplatte dort befindet", sagte Haspel. "Geophysikalische Untersuchungen haben ergeben, dass sich darunter nichts weiter befindet." Auf der Bodenplatte befänden sich eventuell hier und dort noch Mauersteine; die Kellerräume selbst aber seien nicht mehr zu erkennen.

Nach der Dokumentation wird die Bodenplatte - wie auch an anderen Stellen schon - zertrümmert und beseitigt. Etwa drei Meter tief gelegen, ist sie den Arbeiten für die Untergeschosse des geplanten Neubaus im Wege. Das Grundstück ist als bisher einziges auf der Nordseite der Voßstraße an seine ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben worden, die es dann verkauft haben.

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