Berlin : Mitte: "Mauer Strip" mit Hindernissen: Fest stand auf der Kippe

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Fast wäre das "Mauer Strip"-Fest auf dem Grünstreifen zwischen Bethanien- und Engeldamm gestern ausgefallen. Die Organisatoren der Kulturinitiative "Open Space", die das jährliche Fest organisieren, mussten am Morgen erst einmal wieder einpacken, denn die Polizei hinderte sie daran, die Stände und die Bühne aufzubauen. Angeblich lag keine Erlaubnis vor. "Am Freitagabend haben wir vom Tiefbauamt in letzter Sekunde eine Absage erhalten", sagte Mitorganisator Michael Steger gestern. Begründung: Die Anträge seien nicht rechtzeitig eingereicht worden. "Das ist aber völliger Quatsch. Wir haben sie schon im Mai eingereicht und sogar den Termin für das Fest nach hinten, also auf den 11. August verlegt", sagte Steger. "Sämtliche Auflagen der Behörde haben wir erfüllt."

Die Veranstalter vermuteten gestern: "Die Bürokratie hat hier System", das Fest sei an diesem Ort nicht erwünscht. "Wir haben sogar, wie die Behörde verlangte, Geld für eine Schall-Einpegelung gesammelt, damit die Musik nicht zu laut ist", sagte Steger. Die Kulturinitiative hätte sich auch damit zufrieden gegeben, dass das Fest in diesem Jahr nur am Sonnabend - und nicht wie im Jahr davor das ganze Wochenende - gefeiert werden kann.

Als die Polizei bekannt gab, es müsse sofort wieder abgebaut werden, meldeten die Organisatoren spontan "eine Kundgebung zum Fest-Verbot" an. "Dann haben die Polizisten längere Zeit herumtelefoniert", erzählte Steger. "Und plötzlich hieß es: Die Kundgebung ist aufgehoben, das Fest kann starten." Die Nervosität war verflogen, die Organisatoren begannen sofort, ihre Bänke und Stände aufzubauen. Und so konnte - ganz wie geplant - von 15 Uhr an gestern doch noch gefeiert werden.

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