Berlin : Mitte will Berlin zeigen, wie Integration möglich ist

Das Bezirksamt Mitte will im kommenden Jahr ein Integrationsprogramm und Ende dieses Jahres einen Bericht zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Migranten vorstellen. Das kündigte Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) am Freitag in einem Pressegespräch an. In der Debatte um das Berliner Integrationsgesetz sollen Programm und Bericht zeigen, „wo die eigentlichen Probleme liegen“, so Hanke. Das Gesetz, das im Dezember verabschiedet werden soll, hält der Bezirksbürgermeister und Sprecher der SPD-Rechten für „nicht reformierbar“. So stört ihn etwa, dass der Begriff „Migrant“ pauschal auf verschiedenste Bevölkerungsgruppen angewendet werde. „Diese Phänomene kann man nur über eine differenzierte Gesellschaftsanalyse beschreiben“, sagt Hanke.

Programm und Bericht des Bezirks verfolgten deshalb einen sogenannten Milieu-Ansatz. „Der Bericht wird zeigen, dass es auch Milieus ohne Probleme gibt“, sagt Hanke. „Aber eben auch welche, die in der Unterschicht verankert sind.“ Der Sozialbericht stützt sich unter anderem auf Statistiken des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Im Integrationsprogramm sollen die Ergebnisse bestehender Projekte wie der „Integrationslotsen“ und „Aktionsräume Plus“ ebenso nachlesbar sein wie konkrete Ziele und Mindeststandards, etwa in der frühkindlichen Sprachförderung. „Wir wollen kommunizieren, wie wir arbeiten“, sagt Hanke, „als Vorschlag, wie es aussehen kann.“ Die bündnisgrüne Fraktion hatte in Mitte seit Jahren einen Integrationsbericht gefordert. Sprecherin Jutta Schauer- Oldenburg wünscht sich darüber hinaus eine „externe Projektbeobachtung“, um Erfolge zu überprüfen. Dafür, so Hanke, fehle aber das Geld.asl

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