Berlin : Mittelalterliche Siedlung in Spandau entdeckt

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Reste einer mittelalterlichen Handwerkersiedlung mit Haus und Straßengrundrissen haben Archäologen des Landesdenkmalamtes ausgegraben. Auf dem Gelände Spandauer Burgwall 27 entdeckten sie auch große Mengen Keramik, Schläfen- und Fingerringe, Messer, Beschläge und eine Münze. Im Herbst will die Bethanien-Diakonissen-Stiftung hier ein Wohnheim bauen. Die Planung ist nicht gefährdet. Die Archäologen wollen bis zum Herbst alle Funde geborgen haben.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagte gestern Grabungsleiter Uwe Michas vom Landesdenkmalamt. Der Burgwall gilt seit Jahren als größtes Bodendenkmal Berlins. Hier arbeitet bereits die dritte Generation Archäologen, die auf der slawischen Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert forscht. Die neuen Funde zeigen, dass hier Häuser und Werkstätten standen, in denen Eisen und Bronze verarbeitet und Keramik hergestellt wurden. Beim Bau einiger Häuser lagen Opfergaben unter der Türschwelle. Die Handwerkersiedlung war der eigentlichen Burganlage vorgelagert.C. v. L.

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