Moabit : Unterricht fällt nach Schulbrand aus

Ein Feuer hat in der Nacht zum Sonntag die Gotzkowski-Grundschule in Moabit verwüstet. Der Bezirk sucht jetzt nach einem Ersatzstandort für die nächsten Monate.

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Ausgebrannt. Gotzkowski-Grundschule in Moabit. -Foto: Rico Vogel

Zehn Räume brannten vollkommen aus, darunter Klassenzimmer, die Aula, der Computerraum und die Küche. Brandursache ist vermutlich ein technischer Defekt. Nach Polizeiangaben entstand das Feuer an einem Versorgungsschacht im Erdgeschoss. Von dort fraßen sich die Flammen durch den Schacht und die Holzdecken sehr schnell bis zur Aula im vierten Stock. Hinweise auf eine Brandstiftung gebe es nicht.

Ein Passant hatte die Flammen um 21:28 Uhr von der Levetzowstraße aus gesehen und die Feuerwehr alarmiert. 50 Beamte waren bis 3.20 Uhr im Einsatz, bis der Brand unter Kontrolle war. Eine automatische Brandmeldeanlage hat das alte Schulhaus nicht. Die Substanz des 1893 erbauten Backsteingebäudes sei nicht in Mitleidenschaft gezogen, sagte Baustadtrat Ephraim Gothe gestern am Brandort. Die Bauaufsicht hat es dennoch bis auf weiteres gesperrt.

Nach Angaben der stellvertretenden Schulleiterin Ingrid Noortwyck wird der Unterricht zunächst bis Mittwoch ausfallen. Das steht seit gestern Mittag auch auf der Internetseite der Schule. Der Leiter des Schulamtes, Jürgen Willuhn, kündigte nach dem Brand an, dass nun ein Ersatzstandort gesucht werden müsse, schließlich sei das Gebäude mindestens bis zu den Sommerferien nicht nutzbar. Die Kinder, die heute früh dennoch kommen, sollen in umliegenden Schulen betreut werden, sagte Willuhn.

Die Bauaufsicht schätzt den Schaden auf einen mindestens sechsstelligen Betrag. Dazu kommen Kosten für die verbrannte Technik, denn auch der vom Förderverein der Schule finanzierte Computerraum wurde vollständig zerstört. Als erstes sollte die Schule jetzt provisorisch gesichert werden, sagte Baustadtrat Gothe. Durch die Hitze sind fast alle Scheiben gesprungen. Man will versuchen, den ausgebrannten Bereich von den benutzbaren Räumen abzutrennen. Noch allerdings ist der Brandgeruch im Gebäude unerträglich.

Ein derartig großes Feuer in einer Schule habe es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben, erklärten Feuerwehr und Polizei. Vor vier Jahren hatte, nur wenige hundert Meter entfernt, der Dachstuhl der Ludwig-Cauer-Schule gebrannt. Sämtliche Schüler konnten damals in Sicherheit gebracht werden.

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