Berlin : Mobiltelefonkosten: Recorder in die Wanne geworfen

K. G.

Zweimal begleitete Dennis-Martin S. spendable Herren nach Hause. Jedes Mal hatte er sie in einem Lokal kennengelernt, jedes Mal griff er die Männer in der Wohnung an. Im September 1999 schlug er mit einem Schrubber auf einen 48-Jährigen ein, ein Jahr später soll er versucht haben, einen Homosexuellen in dessen Badewanne zu töten. Seit gestern muss sich der Zwanzigjährige wegen versuchten Mordes, Raubes und Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten.

Dennis-Martin ist klein, zierlich und sieht viel jünger aus als er ist. "Mit 18 ging es bei mir bergab", sagte er den Richtern. Zuletzt wohnte er in einer Jugend-Wohngruppe in Friedrichshain. "Ich kann nicht mit Geld umgehen", flüsterte der Angeklagte. Als er mit seinem ersten Opfer beim Bier zusammensaß, sah er viele Scheine in der Brieftasche des 48-Jährigen. Er selbst hatte damals Handy-Schulden in Höhe von 500 Mark und außerdem 300 Mark verprasst, die seine WG vom Jugendamt bekommen hatte.

Er habe den betrunkenen Mann dann nach Hause gebracht und dafür eine kleine Belohnung erwartet, sagte der junge Mann. Der Ältere aber habe über ihn gelacht. "Er hat mich aggressiv gemacht, da habe ich mit einem Besenstiel zugeschlagen und mir 250 Mark genommen", gestand er. Doch entgegen der Anklage habe er nicht von vornherein vorgehabt, den Mann auszurauben.

Mit dunklen Absichten ging S. nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch am 17. September 2000 mit Wolfgang K. in dessen Wohnung in Friedrichshain. Der homosexuelle K. hatte sich im Lokal großzügig gezeigt, und S. soll sich schon ausgemalt haben, wofür er das Geld des Mannes ausgeben könnte. In der Wohnung von K. kam dann aber nach Darstellung des Angeklagten alles anders. K. sei auf Sex ausgewesen, habe ihn geküsst. S. will daraufhin ins Bad gegangen sein, um sich mit einem Bad von den Ekelgefühlen zu befreien.

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Der 36-jährige K. habe für ihn zunächst nur das Badewasser eingelassen. Plötzlich sei der Mann ebenfalls in die Badewanne gestiegen, habe ihn vergewaltigt. "Ich bin aus dem Wasser, habe den Kassettenrecorder in die Wanne geworfen", sagte der Angeklagte. Ihm sei in dem Moment "alles egal" gewesen, er habe nur an Flucht gedacht. Auch die Boxen und Kosmetika warf S. in Richtung seines Opfers, das Herzrhythmusstörungen sowie Platzwunden erlitt. Nach dem Gewaltausbruch setzte sich S. ins Treppenhaus und wartete auf die Polizei.

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