Berlin : Mobiltelefonkosten: Schuldenfalle Handy

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Vor allem die Nutzung neuer Medien und dabei ganz besonders die Kosten für die Mobiltelefone sind der Hauptgrund für Schulden bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Aus diesem Grund hat die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung ein so genanntes Handybooklet herausgegeben, mit dem Jugendliche auf Kostenrisiken des Mobiltelefonierens hingewiesen werden. Gut die Hälfte aller 12- bis 19-Jährigen in Deutschland besitzt inzwischen ein Handy.

Allein bei einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von acht Minuten pro Tag und dem Versenden zweier SMS-Mitteilungen könne leicht eine Rechnung in Höhe von 150 Mark monatlich enstehen, sagte Bettina Heine, die die Broschüre erstellte. Gerade junge Erwachsene seien sich oftmals nicht über die Kosten im Klaren. Sie schilderte den Fall einer 19-jährigen Frau, deren Handy-Schulden bereits nach zwei Monaten bei 1700 Mark lagen.

Heine wies darauf hin, dass es schon bei Jugendlichen regelrechte "Schuldenkarrieren" gebe, obwohl diese nur eingeschränkt geschäftsfähig sind. Studien hätten zudem gezeigt, dass es für die Mehrheit der Jugendlichen nicht mehr eine Frage der Ehre ist, Schulden pünktlich zurückzuzahlen. Zudem würden mehr als 50 Prozent einen Kredit zur Befriedigung von Konsumwünschen aufnehmen wollen.

Boulevard Berlin:
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In Berlin ist nach Schätzungen der Schuldnerberatung jeder zwölfte Haushalt überschuldet, das betrifft ungefähr 160 000 Haushalte. Bei der Zahl der Zwangsvollstreckungen liege die Stadt bundesweit vorne. 1999 sei sie auf 577 000 angestiegen, 1991 beispielsweise habe sie bei 29 000 gelegen, sagte Sven Gärtner von der Landesarbeitsgemeinschaft. Die 24 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen Berlins kümmerten sich im vergangenen Jahr um rund 9000 feste Klienten.

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