Berlin : "Moby Dick" geht in der neuen Mitte vor Anker

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Die Friedrichstraße ist um ein Restaurant reicher - allerdings nur für vier Monate. Über die Winterpause macht die schwarz-weiß-gemusterte "Moby Dick" der Stern- und Kreisschifffahrt an der Weidendammer Brücke auf der Spree fest. Dort, wo Fontane seiner späteren Frau Emilie den Verlobungskuss gab und in Sichtweite des Berliner Ensembles, ist der Dampfer nun mit Stahl- und Nylonseilen an einer Anlegestelle vertäut. Gestern hat das schwimmende Lokal seine Küche geöffnet, bietet nun Berliner, mediterrane- und Fischspezialitäten an. Bis März wird der 27 Jahre alte Dampfer auf der Spree dümpeln. Dann soll er überholt werden und wieder auf dem Tegeler See fahren.

Fingerspitzengefühl zeigte Kapitän Rainer Tempelhof, der den 50 Meter langen Kahn am vergangenen Montag zur Weidendammer Brücke bugsierte. 20 Zentimeter blieben im teilweise nur beim Unterqueren der vielen tiefliegenden Berliner Brücken. Der höchste Punkt der Moby-Dick liegt 4,60 Meter über dem Wasserspiegel. Als prima Ort, sich von Weihnachtseinkäufen auf der Friedrichstraße zu erholen, pries Stern-und Kreis-Geschäftsführer Norbert Steinecke gestern das schwimmende Lokal mit seinen knapp 200 Innenplätzen. Steinecke blickt auf eine überaus erfolgreiche Sommersaison zurück. 650 000 Gäste waren mit den 28 Stern-und-Kreis-Dampfern unterwegs, 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nur die Frage, wie man die Flotte im Winter nutzen könnte, stelle sich jedes Jahr neu.

Die "Moby Dick" ist nun das erste Schiff, das in der Innenstadt festmacht. Vier weitere Dampfer werden zudem erstmals bis zum 31. 12. unterwegs sein. Außerdem kann auf 13 Schiffen Silvester gefeiert werden. Karten sind noch zu haben. Die übrigen Gefährte der Stern- und Kreisschifffahrt werden in Werften gesteuert und liegen den Winter über in Treptow.

Für den Anlegeplatz an der Friedrichstraße haben die Moby-Dick-Köche eine neue Speisekarte zusammengestellt: "Trange vom Salm" gibt es beispielsweise, mit dem "Rheinischen Filetteller" und Kölsch vom Fass kommt man den Bonnern entgegen. Preislich liegen die Hauptgerichte zwischen 14 und 24 Mark. Sonntags gibt es Piano- und Jazzbrunches, mittwochs, freitags und sonnabends zusätzliche Buffets.

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