Berlin : Moderne Technik für die U 6

Alcatel schafft mit Stellwerk 200 neue Arbeitsplätze

-

Ein neues Stellwerk macht es möglich: Während die BVG durch den Bau Personal spart, sind woanders rund 200 Arbeitsplätze in der Stadt geschaffen worden. Für etwa 20 Millionen Euro hat sich die BVG im Bahnhof Afrikanische Straße ein elektronisches Stellwerk bauen lassen, das nun den Betrieb zwischen den Bahnhöfen Rehberge und Alt-Tegel auf der U-Bahn-Linie U 6 steuert. Für die Montage der Kabel und der anderen Außenanlagen musste die Strecke zwischen dem Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel im Frühjahr 2005 für drei Wochen voll gesperrt werden.

Rund ein halbes Dutzend Weichensteller, die zuvor in zwei alten Stellwerken in diesem Bereich beschäftigt waren, können nach Angaben von U-Bahn-Chef Hans-Christian Kaiser nun eingespart werden. Geregelt wird das Stellwerk von der Zentrale an der Potsdamer Straße in Schöneberg aus. Nur bei Störungen müssen Mitarbeiter ins Stellwerk kommen.

Auf der anderen Seite hat der Hersteller der neuen Anlage, der Alcatel-Konzern, an der Colditzstraße für den Bau des Stellwerks in Tempelhof ein Kompetenzzentrum für Nahverkehrsprojekte eingerichtet. Etwa 200 Mitarbeiter sind dort nach Angaben von Vizepräsident Hans Leibbrand beschäftigt. Sie sollen von Tempelhof aus in Zukunft den Bau weiterer elektronischer Stellwerke auch in anderen Städten betreuen. Für Alcatel war dies einer der ersten Aufträge für ein elektronisches Stellwerk im Nahverkehr. Den Markt hatte bisher Siemens dominiert. Die BVG hat jetzt drei der modernen Stellwerke; ob auch die anderen 36 durch diese Technik ersetzt werden, steht allerdings nicht fest. „Bei Investitionen in dieser Höhe müssen wir sehr genau rechnen“, sagte U-Bahnchef Kaiser gestern. Die Vertreter von Alcatel hörten dies nicht so gerne. kt

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben