Berlin : Moderne Technik, mehr Betten: Lichtenberger Klinik baut an

„Kein Zutritt – Röntgen“ warnt das Schild an der Eingangstür. Doch noch ist die Computerarbeitsstation verwaist, der Computertomograf unbenutzt. Die Besuchergruppe in Anzügen und Straßenschuhen kann unbesorgt die modernen Geräte betrachten. In der Sterilgutversorgung im Untergeschoss brummt der Plasmasterilisator, der Geräte sterilisiert, die keine Hitze vertragen. Hier laufen die letzten Tests. Denn schon in den nächsten Wochen sollen die ersten Patienten in den Neubau des Sana-Klinikums am Standort des Oskar-Ziethen-Krankenhauses in Lichtenberg einziehen.

„Wir haben unter den alten Bauten und der oft veralteten Technik gelitten. Hier haben wir ein Haus, das zukunftsträchtig ist“, freut sich die Ärztliche Direktorin des Lichtenberger Klinikums, Carola Mangler. Für insgesamt 54 Millionen Euro ist der Neubau innerhalb von zwei Jahren direkt neben den denkmalgeschützten Altbauten des Klinikums entstanden. Das Land Berlin unterstützte den Bau mit knapp 43 Millionen Euro. Auf sechs Etagen sind die Patientenaufnahme, die Rettungsstelle und die Radiologie, die Endoskopie, eine Intensivstation sowie ein Operationszentrum mit fünf Sälen untergebracht. Die Bettenstation hat 204 Betten. Mit dem neuen Gebäude sind die Aktivitäten der Münchner Sana-Gruppe aber noch nicht abgeschlossen. Deutschlandweit betreibt sie 37 Krankenhäuser, in Brandenburg sind es sieben, in Berlin bisher eines. „Wir sind offen für den Erwerb weiterer Einrichtungen“, sagt Reinhard Schwarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sana Kliniken GmbH & Co. KGaA. Zunächst steht aber die Sanierung der Altbauten des Oskar-Ziethen-Krankenhauses an, die über 40 Millionen Euro kosten soll. Das Land Berlin will sich mit einem Betrag von etwa 32 Millionen Euro beteiligen. Es könnte eine der letzten Beteiligungen des Landes sein. Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder wird voraussichtlich bis 2008 entscheiden, ob sich die Länder weiter an Klinikneubauten oder Sanierungen finanziell beteiligen werden.

Ein weiteres Ziel der Sana-Gruppe ist es, die Kinderklinik Lindenhof an den Standort zu holen. Alle Vorhaben sollen bis 2011 abgeschlossen sein.

Direktorin Carola Mangler sitzt auf einer Bank neben dem breiten Fenster eines Krankenzimmers und schaut auf den Hof. „Hier können die Patienten entspannen“, sagt sie. mj

Heute ist von 14 bis 17.30 Uhr Tag der offenen Tür im Neubau des Sana-Klinikums in der Fanningerstraße 32.

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