Modernisierung des Bettenturms : Fertigzimmer für die Charité

Die Charité saniert den Bettenturm, der bis 2016 als Neubau alle Patienten beherbergen soll. Nun hat sie einige Modellzimmer vorgeführt. Die Fertigzimmer werden in der Hauptstadt aber lediglich zusammengebaut - geliefert werden sie aus einem anderen Bundesland.

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Alles neu. So soll der Bettenturm der Charité bald aussehen.
Alles neu. So soll der Bettenturm der Charité bald aussehen.Foto: Thilo Rückeis/promo

Während die Charité für nötige Modernisierungen offenbar mehr Geld vom Senat braucht als bislang bekannt, ist am Dienstag erstmals ein Blick auf die Baustellen und in die neuen Krankenzimmer gewährt worden. Am Standort in Mitte zeigten die Direktoren der landeseigenen Universitätsklinik, wo die Patienten in den kommenden Jahren behandelt werden. Das Bettenhochhaus in der Luisenstraße wird komplett saniert und muss bis Ende dieses Jahres geräumt sein.

Die Klinik will aber nicht auf Patienten verzichten, 800 Betten beherbergt der Bettenturm immerhin. Deshalb lässt die Charité-Leitung auf dem Gelände eines inzwischen abgerissenen, alten Versorgungshauses einen Interimsbau errichten. Der Neubau befindet sich rund 100 Meter westlich des Hochhauses und wird durch einen Tunnel mit den OP-Sälen auf der anderen Straßenseite verbunden. Seit dieser Woche gibt es nun die Zimmer zu sehen, aus denen der moderne Neubau in einigen Monaten bestehen wird.

Baustelle Charité: Die Bilder aus dem 19. Stock
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Als fertige Module kommen die Räume im März aus einem Werk in Thüringen. Erst in Berlin werden sie in diesem Sommer zu dem Interimsbau zusammengesetzt.

Aus 150 solcher Kompletteinheiten wird das viergeschossige Gebäude entstehen, in dem knapp 340 Betten untergebracht werden. Die Betten sind elektrisch zu bedienen und mit Computerbildschirmen ausgestattet.

Zuletzt hatte es Klagen über den maroden Zustand der Zimmer im Bettenturm gegeben. Das neue Gebäude soll bis 2016 in Betrieb bleiben, dann ist dem Bauplan zufolge der Bettenturm wieder bezugsfertig. Das rostfarbene Hochhaus soll bis dahin eine weiße Fassade bekommen.

Das 82 Meter hohe, weithin sichtbare Wahrzeichen wurde 1982 eröffnet und ist seit Jahren sanierungsbedürftig. Demnächst werden weitere Klinikgebäude in Wedding und Steglitz modernisiert. Der Senat hatte der Charité dafür 330 Millionen Euro zugesagt und die Streichung von 500 der stadtweit 3200 Charité-Krankenbetten verlangt. 185 Millionen Euro wird allein die Sanierung des Campus in Mitte kosten. Drei Millionen Euro im Jahr werden für das Betreiben des Neubaus veranschlagt. Der Bau und die neuen Zimmer können wochentags in der Luisenstraße 10 zwischen 9 und 17 Uhr besichtigt werden.

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