Berlin : Modernste Klinik Berlins am Stadtrand Helios baut in Buch ein 1000-Betten-Haus

Ingo Bach

Die Baugrube ist schon seit fast einem Jahr ausgehoben – doch seitdem tat sich lange nichts auf dem Gelände des Helios-Klinikums Buch. Jetzt haben die Bauarbeiten für das modernste Krankenhaus der Stadt begonnen, das sich mit 300 mal 200 Metern über eine Fläche von vier Fußballfeldern erstrecken wird. Der Fuldaer Helios-Konzern baut zwischen Lindenberger Weg und der Schwanebecker Chaussee, direkt neben den denkmalgeschützten Gebäuden der Bucher Kliniken, ein 1000-Betten-Haus. Ab 2006 will man hier jährlich 40000 stationäre und 180000 ambulante Patienten versorgen. Der 200 Millionen Euro teure Neubau werde komplett ohne öffentliche Förderung finanziert, sagte der Hauptgeschäftsführer des Konzerns, Ralf Michels, dem Tagesspiegel. In dem vierstöckigen, von viel Glas und roten Klinkern dominierten Gebäude sollen fast alle medizinischen Stationen des Klinikums Buch unterkommen. Auch die Abteilungen aus den ehemaligen Krankenhäusern der DDR-Regierung und des Ministeriums für Staatssicherheit an der Hobrechtsfelder Chaussee werden dorthin verlegt. Diese Immobilien hat Helios vom Land gemietet.

In dem Neubau werden überwiegend Ein- und Zwei-Bett-Zimmer für die Patienten eingerichtet, sagte Michels. Er soll spätestens Ende 2006 fertig sein, fast ein Jahr später als geplant. Die Verzögerungen erklärt Michels mit dem mehrmaligen Überarbeiten der Baupläne, unter anderem, weil man nachträglich die von Helios übernommene Bucher Poliklinik integrieren musste. Ebenso war ungeklärt, was danach mit den frei werdenden Altbauten geschehen soll, für die es nach Helios-Angaben keine Nachnutzer gibt. Nun hat man die Lösung gefunden, dass die Verwaltung, die Kinderklinik und die Gerontologie in den alten, von Ludwig Hoffmann vor rund 100 Jahren errichteten Häusern bleiben. Der Neubau war eine der Bedingungen dafür, dass Helios die ehemals städtischen Kliniken in Buch vor drei Jahren kaufen konnte.

Außerdem übernahm der Helios-Konzern, wie berichtet, die Zehlendorfer Zentralklinik Emil von Behring. Der entsprechende Kaufvertrag wurde am Mittwoch unterzeichnet. Hier will der Konzern 20 Millionen Euro investieren, um unter anderem die Lungenklinik Heckeshorn bis zum Jahr 2006 an das Haupthaus zu verlagern. Mit der Behring-Klinik besitzt Helios deutschlandweit 25 Krankenhäuser.

Die Summe von 220 Millionen Euro für beide Berliner Projekte macht Helios zum derzeit größten privaten Investor in der Hauptstadt. Der letzte komplette Klinikneubau in Berlin war das 1997 eröffnete Unfallkrankenhaus in Marzahn, das insgesamt 238 Millionen Euro gekostet hatte. Davon übernahm Berlin im Rahmen der gesetzlichen Investitionsförderung 143 Millionen Euro.

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