Modeschau : Fashion Week im Juli erneut am Bebelplatz

09.04.2010 00:00 Uhrvon
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Denkmal statt Show. Auf dem Bebelplatz an der Straße Unter den Linden in Mitte befindet sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis.Foto: Spiekermann-Klaas

Trotz Kritik wird vermutlich auch die nächste Berliner Modewoche auf dem Bebelplatz stattfinden. Eine Initiative wehrt sich gegen die kommerzielle Nutzung des geschichtsträchtigen Ortes, doch noch konnte kein Alternativstandort gefunden werden.

Die Sommerausgabe der Mercedes-Benz Fashion Week wird voraussichtlich erneut am Bebelplatz stattfinden. Das teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft auf Anfrage mit. Nach Auskunft von Pressesprecher Stephan Schulz ist bislang noch kein alternativer Standort gefunden worden. Daher gehe man davon aus, dass die vom 7. bis 9. Juli geplante Modewoche vorerst nicht umziehen wird.

Die Suche nach einem neuen Standort gestaltet sich offenbar schwierig. „Wir haben verschiedene Plätze geprüft, aber keiner von ihnen konnte bislang die Kriterien erfüllen“, sagt Stephan Schulz. Die Anforderungen sind hoch: Der Ort sollte einen repräsentativen Charakter haben, entsprechend groß sein und ideale Bedingungen für Fotoaufnahmen bieten.

Im Januar hatte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) erklärt, dass alle zentral gelegenen Plätze in Berlin „bedauerlicherweise genehmigungsrechtlich mit Problemen behaftet“ sind.

Die „Initiative Bebelplatz“ hatte Ende letzten Jahres die kommerzielle Nutzung des geschichtsträchtigen Ortes mit seinem unterirdischen Mahnmal zur Bücherverbrennung kritisiert. Ein Festzelt würde das von Micha Ullmann gestaltete Denkmal mit seinen leeren Bibliotheksregalen verdecken, hieß es. Im Dezember tagte deshalb ein Petitionsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus. Er brachte als Alternativstandort die Temporäre Kunsthalle ins Gespräch. Senatsvertreter sahen darin allerdings nur eine mögliche Übergangslösung. Im Januar fand die Fashion Week trotz der anhaltenden Diskussion am Bebelplatz statt, zum vierten Mal. Während der Modenschauen war das Mahnmal – wie auch schon in den Vorjahren – über einen separaten Korridor für die Besucher zugänglich.

Das Bezirksamt Mitte führt derzeit Gespräche mit dem Veranstalter IMG. „Wir befinden uns noch in der Terminabstimmungsphase. Bevor diese nicht abgeschlossen ist, kann man noch keine konkrete Aussage über mögliche Standorte machen“, sagt eine Sprecherin. Welche Orte überhaupt in Betracht kommen, dazu wollen sich weder Bezirk noch Veranstalter äußern.

Dass die im Juli anstehende Modewoche bereits an einem anderen Ort abgehalten wird, ist daher sehr unwahrscheinlich. Die Wirtschaftsverwaltung geht davon aus, dass vor Ende des Jahres kein adäquater Ausweichort gefunden sein wird. In den nächsten Wochen und Monaten sollen „alle Standortmöglichkeiten auf ihre Eignung durchforstet“ werden. „Wir sind auf der Suche nach einem zentral gelegenen Platz, der der Hochwertigkeit der Veranstaltung Rechnung trägt“, sagt Stephan Schulz. Den Gendarmenmarkt als Alternative halten Kenner der Szene für unwahrscheinlich, weil wegen der mehrtägigen Auf- und Abbauarbeiten der gesamte Platz zu lange blockiert wäre.

Die erste Berliner Modewoche fand im Sommer 2007 am Brandenburger Tor statt. Ein Jahr später zog sie an den Bebelplatz. Seither wächst die Veranstaltung kontinuierlich. Zur vergangenen Fashion Week kamen 200 000 Besucher, neben den Schauen fanden diverse Modemessen statt, etwa die „Bread & Butter“ auf dem Flughafen Tempelhof sowie die „Premium“ am Gleisdreieck. Nana Heymann

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