Berlin : Mönchsliebe

Helmut Schümann

Was für ein Sammelsurium obskurer Gestalten. Bliss Swami, der Mönch in roter Kutte. Toga, ein Italiener, der den Hausmeister mimt. Mau, ein schwuler Indianer, beseelt wie alle anderen von irgendeinem Gott. Und noch viel mehr, gestrandet allesamt in God’s Motel in New York. Und darein flüchtet sich Venus, ein Model, das möglicherweise einen Mord begangen hat. God’s Motel ist Magnet für die Durchgeknallten der Welt.

Wer nun vermutet, dass Else Buschheuer, einst Wetterverkünderin im Fernsehen, dann mit „Ruf! Mich! An!“ Romanautorin und nun Schöpferin all dieser Gestalten, höchstselbst an der Schwelle zwischen Realität und Wirrnis kratzt, tritt ihr vermutlich nicht zu nahe. Die Dame tastet sich in den Buddhismus, war Gast im Hause Krishnas, lebt in New York und hat ihr neuestes Werk verfasst. Venus, die Geschichte der blonden New Yorker Tusse, die sich unsterblich in Bliss Swami, den riesenhaften Mönch, verliebt. Davon handelt das Buch vor allem: von der „Liebe, die nichts zurückhaben will, die Liebe ohne Belohnung, die bedingungslose allumfassende Liebe“. Der Roman wird die Literatur nicht in ihren Grundfesten erschüttern. Auch fahndet man wahrscheinlich vergeblich nach seinem Grund. Aber vergnüglich zu lesen ist er allemal. Und ob Venus nun eine Mörderin ist und Bliss Swami bekommt? Man wird sehen.


Dieses Buch bestellen Else Buschheuer: Venus. Roman. Diana Verlag, München. 319 Seiten, 18,90 €.

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