Berlin : Möwe im Sinkflug Restaurants im Palais am Festungsgraben geschlossen

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Die Krisenstimmung der Berliner Gastronomie erhält immer neue Nahrung. Jüngstes Opfer der Gästezurückhaltung ist das Restaurant „Die Möwe“ im Palais am Festungsgraben, das heute zusammen mit dem benachbarten Schwesterbetrieb „Kaiserstuben“ geschlossen wird. Der Geschäftsführer und Küchenchef Christian Ramlau sagte, man habe in den letzten Tagen Erfolg versprechende Gespräche mit Investoren geführt, die sich dann im letzten Moment doch zerschlagen hätten. „Wir haben gekämpft bis zuletzt, mussten aber erkennen, dass es nicht mehr geht“, sagte er. Der Künstlerclub im Palais, der ebenfalls „Die Möwe“ heißt, ist von dieser Schließung nicht betroffen. Dort geht der Betrieb weiter wie bisher.

Ramlau will zusammen mit seinem Geschäftspartner Aris Papageorgiou das Konzept mit zwei Restaurants unter einem Dach im Moabiter Meilenwerk fortführen, wo beide ein Bistro und das Restaurant „Parc fermé“ betreiben. Küchenchef René Conrad ist dort zwar noch tätig, wird aber im August ins Grand Hotel Esplanade umziehen und die Küche im Restaurant „Harlekin“ übernehmen, das zuvor umgebaut und umbenannt werden soll. Kurt Jäger, bisher dort erfolgreich als Küchenchef tätig, hat sich gerade auf eine kulinarische Rundreise zu berühmten Kollegen abgemeldet. Er will in Berlin bleiben, hat aber noch keine konkreten Pläne.

Mindestens eine passende Stelle wäre frei: Das Schlosshotel „Vier Jahreszeiten“ in Grunewald, das von der Dorint-Gruppe geführt wird, hat gerade seinen Küchenchef Christian Lohse verloren. Er war erst im Sommer 2002 mit großen Vorschusslorbeeren nach Berlin gekommen, denn er ist zurzeit der einzige Küchenchef in Berlin, der schon einmal mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet war, allerdings für ein Restaurant in Bad Oeynhausen. Für das „Vivaldi“ im Schlosshotel hatte er nach einem Jahr erstmals einen Stern und weitere positive Bewertungen erkocht. Über seine weiteren Pläne ist ebenfalls noch nichts bekannt, ein Nachfolger wird gesucht. bm

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