Berlin : Monteur wegen Vergewaltigung seiner Freundin angeklagt

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Die Frau im Zeugenstand spricht zwar ohne zu stocken, doch ziemlich leise. Was die 40-jährige Verkäuferin der 25. Großen Strafkammer des Landgerichts an diesem Montag erzählen muss, ist eine wahre Horrorstory. Es geht um die Nacht vom 16. zum 17. Juni 1999. "Er hat mich ins Schlafzimmer gezerrt, mit dem Messer bedroht und immer wieder vergewaltigt", sagt die Zeugin und wirft einen kurzen Blick in Richtung Anklagebank. Dort sitzt ihr ehemaliger Lebensgefährte, ein 34-jähriger Mann, der sein Geld als Monteur von Büromöbeln verdient hat, bis er festgenommen wurde und in Untersuchungshaft kam.

Dabei hat der 16. Juni 1999 für das Paar ganz friedlich begonnen. Beide haben Urlaub und verbringen ein paar Stunden im Grünen. Auf dem Heimweg kaufen sie ein paar Dosen Bier. Doch zu Hause kippt die Stimmung. Nach der Version der Zeugin hatte der Lebensgefährte im Badezimmer ihre Anti-Baby-Pillen entdeckt. "Er wollte ein Kind von mir, aber ich dachte nicht daran. Ich habe zwei Kinder, und das reicht mir. Die Pille habe ich heimlich genommen", sagt die Frau und schildert unglaubliche Szenen ihrer ehemaligen Beziehung: "Er schlug mich, drohte mit dem Messer, missbrauchte und demütigte mich. Ich musste seinen Urin trinken. Wohnungstür und Zimmertür waren abgeschlossen." Bis zum nächsten Morgen sei sie gepeinigt worden. "Halb zehn schlief er ein, da bin ich weg", sagt die Frau.

Der Angeklagte quittiert die Worte seiner ehemaligen Freundin mit ungläubigem Kopfschütteln. Für ihn hat sich die entscheidende Nacht angeblich vollkommen anders abgespielt. Von einer Vergewaltigung weiß er nichts. Nach der Heimkehr habe sie ihn bedrängt, "aber ich wollte nicht", sagt er und erzählt vom nächsten Morgen: "Sie war weg, die Tür war zugeschlossen. Ich habe eine Scheibe eingeschlagen und bin weg." Nach den Worten des Angeklagten ist seine Ex-Freundin ein labile Person, deren Leben von Selbstmordversuchen geprägt sei. "Ihre Tochter hat sich aufgehängt. Sie wollte vom Balkon springen, dann hat sie sich mit einem Messer selbst verletzt." Es sei schlimm: "Erst rastet sie aus, dann ruft sie die Polizei", sagt er und räumt ein, dass er "sich gewehrt hat, wenn sie ausgerastet ist". (Fortsetzung des Prozesses am 6. März)

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