Berlin : Mord am Blumenhändler: Zwei Tatverdächtige ermittelt

Todesschütze floh nach Bulgarien, Fluchtfahrer sitzt in U-Haft

Tanja Buntrock

Der Raubmord an dem Lichtenberger Blumenhändler Kurt H. ist fast aufgeklärt: Zwei Tatverdächtige sind ermittelt, eventuell soll es noch einen dritten Beteiligten geben. Nach Tagesspiegel-Informationen sitzt der Fahrer des Fluchtwagens in Untersuchungshaft. Der 35-jährige Halil H. ist am 7. Juli in seiner Wohnung in Lichtenberg festgenommen worden. Gegen ihn wurde Anklage wegen „Beihilfe zum Raub mit Todesfolge“ erhoben. Auch der Todesschütze wurde identifiziert. Wie der Tagesspiegel erfuhr, ist der Mann Bulgare, der ebenso wie sein Komplize Halil H. schon seit mehreren Jahren in Deutschland lebt. Er hält sich derzeit in seinem Heimatland auf, möglicherweise in der Hauptstadt Sofia.

Die beiden Männer wollten am 7. April Claudia J. überfallen, die Kassiererin in einem Blumengroßhandel ist. Sie war an dem Tag mit einem prall gefüllten Geldkoffer in der Lichtenberger Bernhard-Bästlein-Straße unterwegs. Als der Bulgare auf die Frau losstürzte, um ihr den Koffer zu entreißen, ging der 66-jährige Blumenhändler Kurt H. dazwischen – und wurde erschossen. Zeugen sahen, wie der Täter danach mit dem Geldkoffer in der Hand zu einem Auto flüchtete, das um die Ecke des Tatorts stand. Das Fluchtfahrzeug, ein anthrazit-silberfarbener „Seat Ibiza“, fand die Polizei einen Tag später in der Marzahner Pekrunstraße. Die Nummernschilder waren abmontiert. Doch Zeugen am Tatort hatten sich an auffällige gelbe Nummernschilder mit schwarzer kyrillischer Schrift erinnert. Dieser wichtige Anhaltspunkt führte die Polizei auf die Spur nach Bulgarien. Auch die Täterbeschreibungen halfen den Beamten weiter. So konnten sie ein Phantombild des Raubmörders – dunkelhaarig, ca. 1,85 Meter groß und 30 bis 35 Jahre alt – anfertigen. Doch Bulgarien liefert keine Staatsbürger aus. Die deutschen Behörden müssten das Verfahren an die bulgarische Justiz abgeben, wenn der Täter dort verurteilt werden soll. Oder aber die deutsche Justiz wartet ab, bis der Todesschütze doch noch einmal nach Deutschland zurückkehrt und behält so lange das Verfahren.

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