Mord an Rentnerin : 66-Jährige erdrosselt: Angeklagter schweigt

Eine Rentnerin wurde in ihrer Wohnung im Wedding erdrosselt aufgefunden. Auch Tage nach ihrem Tod hob noch jemand Geld von ihrem Konto ab. Ein Nachbar steht unter Verdacht.

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Das Konto der Rentnerin wurde innerhalb einer Woche geplündert. 1000 Euro hob ein Mann aus der Nachbarschaft vor dem gewaltsamen Tod der 66-Jährigen ab, insgesamt 3630 Euro danach. Es war laut Anklage der 36-jährige Andreas H., der die EC-Karte des Opfers an Geldautomaten einsetzte. Das Geld gilt jetzt als Mordmotiv. H. soll die Seniorin aus Habgier umgebracht haben. Schwitzend saß er am Donnerstag vor dem Landgericht. Nach seiner Festnahme hatte er das Verbrechen bestritten. Nun schwieg er.

Die Rentnerin wurde in ihrer Wohnung in der Weddinger Guineastraße erdrosselt. Elf Tage nach dem Verbrechen fanden Polizeibeamte die Leiche der Frau im Badezimmer. Auf den ersten Blick deutete alles auf einen Unfall beim Duschen hin. „Es wirkte aber konstruiert“, sagte ein Ermittler. Damals galt Andreas H. als Zeuge – er hatte die Tote entdeckt.

Angeblich war er „einige Tage zuvor“ zufällig in der Wohnung der Rentnerin. Die Tür habe offen gestanden, behauptete er. Als er die Frau sah, sei er weggelaufen. „Ich hatte schon mal Dreck am Stecken“, begründete er. Es war ein Mord, für den er 1996 zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt wurde. Er hatte einem Kumpel in die Beine geschossen und die Wohnung angezündet. Der Mann kam durch den Brand ums Leben.

Andreas H. war zuletzt bei einer Hausverwaltung beschäftigt. Ab dem 7. Februar aber kam er nicht mehr zur Arbeit. Es ist der Tag, an dem Gertrud L. umgebracht wurde. Er soll in den Tagen danach oft an Automaten gespielt, eine Reise gebucht, einen Fernseher gekauft haben. H. behauptete bei der Polizei, er habe für die Rentnerin immer wieder Besorgungen mit ihrer Geldkarte erledigt. Manchmal habe er die Karten versehentlich verwechselt und ihre statt seiner eigenen benutzt. Viele Indizien sprachen gegen ihn. Der Prozess geht am Montag weiter.

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