Mord in Cottbus : Polizei nimmt 42-Jährigen fest

Vor zwei Wochen wurde eine 84-jährige Frau in Forst ermordet aufgefunden. Jetzt wurde gegen einen 42-jährigen Mann, der im selben Hausaufgang lebt, Haftbefehl erlassen.

Alexander Fröhlich

Knapp zwei Wochen nach dem Mord an einer 84-Jährigen in Forst (Spree-Neiße) haben die Ermittler nun einen Tatverdächtigen gefasst. Ein 42-jähriger Nachbar ist am Mittwoch festgenonnem worden und hat bei der Vernehmung die Tat gestanden. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft, ein Gericht verkündete am Donnerstag den Haftbefehl. „Die Anschuldigung lautet auf Mord aus Heimtücke und Habgier“, sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon, der Leiter der Abteilung Kapitaldelikte bei der Staatsanwaltschaft Cottbus ist. Die Finanzierung seiner Drogensucht sei als Motiv für die Tat wahrscheinlich.

Wie der Tatverdächtige die Frau umbrachte, dazu wollten sich weder Bantleon noch der Chef der Mordkommission, Peter Augustin, äußern, um das Ergebnis eines Gerichtsprozesses nicht zu torpedieren. Am 28. Juni hatten Familienangehörige die 84-jährige Frau tot in ihrer Wohnung gefunden. Den alarmierten Beamten war aufgefallen, dass alle Behältnisse in der Wochnung durchwühlt worden waren. Ein Notarzt hatte eine „unnatürliche Todesursache“ feststellt. Noch in der Folgenacht rückten Kriminaltechniker ah und sicherte mehrere Hundert Spuren in der Wohnung des Opfers. Zugleich stellte das Institut für Rechtsmedizin bei der Obduktion fest, dass die Frau durch Gewaltanwendung gestorben war. Die Polizeidirektion Süd in Cottbus richtete eine Sonderkommission mit 18 Kriminalbeamten ein. Sie vernahmen zahlreiche Familienangehörige, Freunde, Nachbarn und sonstige Bekannte des Opfers. Nur dank der Geduld und das Engagement der Forster Bürger sei es möglich gewesen, ein so umfassendes Bild von den letzten 24 Stunden im Leben der getöteten Seniorin zu bekommen, sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon. Dadurch kamen die Beamten auf die Spur des 42-jährigen Nachbarn, der im gleich Hausaufgang mit dem Opfer lebte.

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