• Mordfall Nina Aul: DNA-Analyse führte zu dem Tatverdächtigen - Polizei nahm den Cousin des Mädchens fest

Berlin : Mordfall Nina Aul: DNA-Analyse führte zu dem Tatverdächtigen - Polizei nahm den Cousin des Mädchens fest

Stephan Wiehler

Im Fall der ermordeten 14-jährigen Nina Aul hat die Polizei am Mittwoch den Cousin des Mädchens festgenommen. Der 26-jährige Mann aus Wedding steht unter "dringendem Tatverdacht", gestern erließ ein Richter Haftbefehl. Die Polizei hatte den Verdächtigen aufgrund von Spuren ermittelt, die am Tatort gefunden worden waren. Nähere Angaben zu den Hinweisen wollte die zuständige 3. Mordkommission am Donnerstag noch nicht machen. Ein Justizsprecher verwies aber auf Beweismittel, die aus einem so genannten genetischen Fingerabdruck, einer DNA-Analyse, stammten.

Die Leiche der aus Russland stammenden Schülerin war am Vormittag des 3. Juni von Spaziergängern im Humboldthain aufgefunden worden. Das Mädchen war mit zahlreichen Messerstichen in die Brust getötet worden. Nach den Ermittlungen der Polizei war die 14-jährige Schülerin in der Nacht zuvor um Mitternacht unterwegs auf dem Weg nach Hause, als sie von ihrem Mörder vergewaltigt und getötet wurde.

Den Verwandtschaftsgrad des Festgenommenen nannte die Polizei zunächst nicht. Er gehöre zum "persönlichen Umkreis" des Opfers, hieß es bei der 3. Mordkommission lediglich. "Er hat Nina Aul gekannt", sagte Inspektionsleiter Jochen Sindberg. Der 26-Jährige werde seit Mittwoch intensiv verhört. Allerdings bestreite der Mann, mit dem Sexualmord an dem Mädchen zu tun zu haben. Am gestrigen Donnerstagnachmittag wurde der Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt.

Zu den konkreten Spuren am Tatort, die die Ermittler der 3. Mordkommission nach eigener Auskunft zu dem Weddinger geführt haben, wollte Sindberg nichts sagen. "Wir haben in zwei Richtungen ermittelt. Zum einen im persönlichen Umfeld des Opfers, zum anderen aufgrund der Spuren am Tatort." Über die Art der Spur solle bis auf weiteres nichts verlauten, um die andauernden Ermittlungen, vor allem die weitere Vernehmung des Tatverdächtigen, nicht zu beeinflussen. Die verschwundene Tatwaffe sei noch nicht gefunden worden, sagte Sindberg.

Noch immer wissen die Ermittler der Mordkommission nicht, wo sich Nina Aul seit dem 1. Juni aufgehalten hat. Am Himmelfahrts-Donnerstag hatte sie die Wohnung von Verwandten im Wedding verlassen. Wohin sie wollte, blieb unklar. Die Mordkommission ging mehr als 30 Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

Die Polizei hielt es jedenfalls für möglich, dass Nina Aul ihren Mörder gekannt hat und bereits längere Zeit vor der Tat in seiner Begleitung unterwegs war. Sie sucht deshalb auch weiterhin Zeugen, die Nina Aul zwischen dem 1. und dem Abend des 2. Juni gesehen oder Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat gemacht haben. Das Mädchen hat sich unmittelbar vor ihrem gewaltsamen Tod vermutlich im Bereich Jasmunder Straße, Voltastraße, Brunnenstraße und im Volkspark Humboldthain aufgehalten. Die Schülerin war etwa 1,70 Meter groß, trug schulterlanges, rötliches Haar und war geschminkt.

Zuletzt war sie mit einem schwarzen Sakko, einem blauen Jeanshemd, einer hellblauen Jeanshose und weißen Sportschuhen mit schwarzen Streifen bekleidet. Wer Nina Aul zu dieser Zeit gesehen hat, wird dringend gebeten, sich an die 3. Mordkommission unter Tel. 699 32 741 zu wenden.

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