Berlin : Moschee-Gegner in Pankow gehen wieder auf die Straße

Polizei und Feuerwehr haben in der Nacht zu Sonntag eine illegale Protestaktion gegen die im Pankower Ortsteil Heinersdorf geplante Moschee beendet. „Keine Terrorzellen in Deutschland“, stand auf einem Plakat, das Unbekannte an einen Schornstein gehängt hatten, der auf einem Baugrundstück an der Tiniusstraße steht. Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will hier eine Moschee errichten. Außer dem Plakat entfernte die Feuerwehr auch eine Flagge des deutschen Kaiserreichs von dem Schornstein.

Die Bürgerinitiative, in der sich Gegner der Moschee zusammengeschlossen haben, ruft für diesen Donnerstagabend erneut zu einer Demonstration gegen das Bauvorhaben auf.

Die Initiative hält der in Berlin etwa 200 Mitglieder starken Ahmadiyya-Gemeinde vor, ihr Bau gefährde die soziale Balance im Viertel. Auch unterstellt die Bürgerinitiative der Gemeinde, die freiheitlich-demokratische Grundordnung stürzen zu wollen. Das weist nicht nur die Gemeinde selbst zurück, auch Verfassungsschutz, Innensenator Körting und andere Experten attestieren der seit den 1920er Jahren in Deutschland existierenden Gemeinde, dass sie zwar streng konservativ sei, aber dass von ihr keine Gefahr ausgehe.

Ahmadiyya-Sprecher Hadayatullah Hübsch hat das Hass-Plakat auf dem Baugrundstück betroffen gemacht. Das sei ein „Warnzeichen“, das man sehr ernst nehme. Dennoch halte die Gemeinde an ihrem Bauvorhaben fest. Proteste sei man gewohnt: Vor einem Moscheeneubau in Hannover hätten Gegner Kreuze angebracht mit der Aufschrift: „Diese Erde ist deutsch.“ Der Neubau in Pankow ist genehmigt und kann rechtlich nicht mehr verhindert werden. Der Protest gegen das Gotteshaus wird von der CDU unterstützt, aber auch von der rechtsextremen NPD. Deren Mitglieder nahmen auch Anfang Juni an einem Protestzug der Bürgerinitiative teil. Die Initiative selbst distanziert sich allerdings strikt von radikalen Gruppen. lvt

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