Motorrad-Saisoneröffnung : Mehr Biker denn je 2014 tödlich verunglückt

Die Berliner Polizei lädt Interessierte zu einer Verkehrssicherheitsaktion "Biken ist sicher cool" im Polizeipräsidium ein. An den Ständen kann man sich informieren. Und ein Video über einen tödlichen Motorradunfall im Tiergartentunnel wirkt sehr eindrücklich

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Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Sonnenstrahlen, milde Temperaturen und die Motorradfahrer sind unterwegs: Spätestens seit dem schönen Wochenende ist die Saison eröffnet. „Aber nicht jeder ist fit dafür“, sagte Andreas Tschisch, Leiter Sachgebiet Verkehr beim Stab des Polizeipräsidenten, am Montag bei der Eröffnung der Eröffnung der Aktion „Biken ist sicher cool“. In dieser Wochen können sich Besucher täglich bis Freitag von 9 bis 15 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr im Foyer des Polizeipräsidiums am Platz der Luftbrücke rund um die Motorradsicherheit informieren. Ein eindrückliches Video ist von einem tödlichen Motorradunfall im Tiergartentunnel zu sehen: Ein 44-Jähriger kam dort im Juli 2013 ums Leben.
Auch die Auto- und Fahrradfahrer müssen sich wieder daran gewöhnen, dass Biker unterwegs sind. Sie zählen zur Risikogruppe, weil sie wegen ihrer schmalen Silhouette häufig übersehen werden, ihre Geschwindigkeit unterschätzt wird, so dass sie zu riskanten Ausweichmanövern gezwungen werden. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 4024 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von motorisierten Zweirädern. 2237 Motorradfahrer wurden verletzt, 403 davon schwer. 2014 war ein trauriges Rekordjahr: Zwölf Motorradfahrer wurden getötet, 2013 kamen vier Biker auf Berliner Straßen ums Leben. In Brandenburg starben im Vorjahr 17 Motorradfahrer bei Unfällen.

Die Gebiete, wo Motorradfahrer besonders häufig verunglücken sind in Berlin Charlottenburg, Reinickendorf, Neukölln, gefolgt von Spandau, Mitte, Tempelhof. Das Risiko bei einem Unfall verletzt zu werden ist außerordentlich hoch. Nur etwa jeder 30. am Unfall beteiligte Zweiradfahrer blieb unverletzt. Unter den Risikogruppen bilden die Motorradfahrer die größte Gruppe, die Unfälle nicht selbst verschuldet. 57 Prozent sind fremdverschuldet, 43 Prozent selbst verschuldet.

Wer sich nicht vorbereitet, ist schnell überfordert

Wer sich und sein Motorrad nicht richtig auf die Saison vorbereitet, den Bremsweg unterschätzt oder noch kein sicheres Kurvenverhalten hat, kann schnell mit überraschenden Situationen überfordert sein. Der ADAC bietet in Linthe regelmäßige Fahrsicherheitstrainings an – von Bremsübungen, Kurven- oder Langsamfahrten bis hin zum Schräglagentraining und ein Motorrad-Intensivtraining für Frauen an (www.fahrsicherheit-bbr.de).
Der Berliner Biker-Pfarrer Bernd Schade, seit 1998 der Landesbeauftragte für die kirchliche Arbeit mit Motorradfahrenden, berichtet aus seiner langjährigen Arbeit, dass viele Motorradfahrer durchaus Selbstkritik üben. Nur die „Spinner, die rasen wollen“ würde man eben nicht erreichen.

Die Aktion „Biken ist sicher cool“, bis Freitag jeweils von 9 bis 15 Uhr, Sonnabend von 10 bis 16 Uhr im Foyer des Polizeipräsidiums am Platz der Luftbrücke. Infos zum ADAC-Fahrsicherheitstraining unter www.fahrsicherheit-bbr.de

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