MSA-Ergebnisse 2013 : War Mathe zu leicht?

Die Ergebnisse beim Mittleren Schulabschluss sind besser geworden. Vor allem in Mathematik gab es wesentlich weniger Durchfaller. Das hat aber nicht unbedingt mit besseren Kenntnisse zu tun.

Susanne Vieth-Entus

Das deutlich bessere Abschneiden der Berliner Zehntklässler in der diesjährigen Mathematikklausur beim Mittleren Schulabschluss (MSA) wirft Fragen auf. Am Mittwoch meldeten sich einzelne Eltern und Lehrer zu Wort, die die Aufgaben als zu leicht kritisierten. Wie berichtet, ist die Durchfallquote von 30 auf 20 Prozent gefallen und liegt nun wieder auf dem Niveau von 2010.

Gegen den Vorwurf zu einfacher Aufgaben spricht allerdings die Tatsache, dass an den Gesamt-, Real- und Hauptschulen die Jahrgangsnoten noch immer deutlich besser sind als die MSA-Ergebnisse: Jenseits der Gymnasien schaffen nur rund 60 Prozent die MSA-Mathe-Hürde.

Mehrere Mathematiklehrer erklärten das bessere Abschneiden auf Anfrage damit, dass die Klausur in diesem Jahr „weniger funktionslastig“ gewesen seien. Es habe eine größere Vielfalt an Aufgaben gegeben, die aber insgesamt nicht leichter gewesen seien. Jens Großpietsch, Leiter der Moabiter Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule, begründet die besseren Ergebnisse auch damit, dass die Textaufgaben weniger sprachliche „Fallstricke“ enthalten hätten. Die hatten in der Vergangenheit besonders bei Schülern nichtdeutscher Herkunft zu Verständnisschwierigkeiten geführt. Insgesamt bleibt Mathematik aber ein Problem in Berlins Schulen. Die Ausbildung der Grundschullehrer soll deshalb einen Mathe-Schwerpunkt bekommen.

Die besseren MSA-Ergebnisse haben allerdings nicht nur mit Mathematik zu tun. Eine zusätzliche mündliche Prüfung hilft ebenfalls dabei, die Durchfallquote zu senken. Und schließlich ist da noch die Präsentationsprüfung, die den Schülern hilft, ihre Noten zu verbessern.

Die MSA-Ergebnisse werden im Auftrag der Bildungsverwaltung vom Institut für Schulqualität Berlin-Brandenburg ermittelt.

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