MSA-Ergebnisse für 2013 : Zehntklässler holen in Mathe auf

Die MSA-Ergebnisse für 2013 sind etwas besser geworden. Das ergab die Auswertung, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Schulformen. Und viele Schüler retten sich nur durch eine zusätzliche mündliche Prüfung.

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Geprüft. Seit 2006 gibt es in Berlin den Mittleren Schulabschluss. Rund 18800 Schüler mussten dieses Jahr teilnehmen. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Geprüft. Seit 2006 gibt es in Berlin den Mittleren Schulabschluss. Rund 18800 Schüler mussten dieses Jahr teilnehmen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

In Berlin haben prozentual mehr Schüler als in den Vorjahren den Mittleren Schulabschluss (MSA) erreicht. Die Quote der erfolgreichen Prüfungsteilnehmer verbesserte sich leicht auf 91 Prozent gegenüber 89 im Vorjahr. Die Verbesserung beruht vor allem auf einer geringeren Durchfallquote in Mathematik. Insgesamt konnten die Ergebnisse von rund 18 800 Schülern ausgewertet werden, die zur Teilnahme verpflichtet waren. Das entspricht knapp 70 Prozent aller Zehntklässler. Die anderen machten keinen oder einen Hauptschulabschluss.
Neue Nahrung dürfte die Diskussion über den Sinn der verpflichtenden MSA- Teilnahme aller Gymnasiasten erhalten. Denn von ihnen haben 99 Prozent die Prüfungen bestanden. Dies bedeutet, dass von den knapp 10 000 Gymnasiasten nur rund 100 an dieser Hürde scheiterten. Die Prüfungen binden an den Gymnasien viele Kräfte und führen zu Unterrichtsausfällen während der Präsentationsprüfungen. Etwas höher ist der Anteil der Gymnasaisten, die den MSA aufgrund schwacher Jahresnoten verfehlten. Somit lag die Quote der erfolgreichen Gymnasiasten insgesamt bei „nur“ 97 Prozent.
Zur Teilnahme verpflichtet sind auch alle Realschüler. Von ihnen waren 84 Prozent erfolgreich. Unübersichtlich ist hingegen die Lage an den Gesamt-, Gemeinschafts- und Hauptschulen: Bei ihnen sind lediglich die besseren Schüler zur Teilnahme an den MSA-Prüfungen verpflichtet, was nur für einen Bruchteil von zehn bis 50 Prozent zutrifft. Von diesen besseren Schülern der Gemeinschaftsschulen schafften 84 Prozent den MSA, bei den Gesamtschulen 89 Prozent, bei den Hauptschülern 60 und bei den Berufsschulen 78 Prozent. Für die Gemeinschaftsschulen war der MSA eine Premiere, da ihre Schulform erst 2009 gegründet wurde.

Große Leistungsunterschiede gibt es auch in den Fächern. Englisch macht die wenigsten Probleme mit fünf Prozent „Durchfallern“. In Deutsch sind es acht Prozent. Die größte Hürde bleibt Mathematik, wo knapp 20 Prozent nicht reüssierten. Allerdings verbesserten sich die Ergebnisse erheblich, denn in beiden Vorjahren scheiterten sogar knapp 30 Prozent in Mathematik. Die Schüler erreichten nun wieder das Niveau von 2009 und 2010.

Unter den Schülern deutscher Herkunftssprache schafften 93 Prozent den MSA, unter den rund 2000 türkischstämmigen sind es 83 Prozent gegenüber 78 Prozent im Vorjahr. Sie haben besonders große Probleme mit Mathematik, denn diese Hürde nahmen nur rund 60 Prozent. Auffällig ist auch, dass sie überproportional häufig die MSA-Hürde dank der zusätzlichen mündlichen Prüfung nehmen. Ohne diese Prüfung läge ihre Bestehensquote nur bei 78 Prozent, bei den anderen Herkunftssprachen bei 82 Prozent. Die weiblichen Schüler liegen um zwei Prozentpunkte vor den männlichen Schülern.
Der Mittlere Schulabschluss ersetzt seit 2006 die Mittlere Reife, die ohne Prüfung auskam und nur auf den Jahrgangsnoten beruhte. Die Ergebnisse werden vom Institut für Schulqualität Berlin-Brandenburg ausgewertet.

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