Berlin : Müll wird teurer – trotz moderner Anlagen

Am 1. Dezember entscheidet der BSR-Aufsichtsrat über höhere Gebühren

Sabine Beikler

Auch wenn im Juni 2005 Europas modernste Abfallbehandlungsanlage auf dem Alba-Gelände in Reinickendorf ihren Betrieb aufnimmt: Die Tarife für die Müllabfuhr werden zum 1. Januar 2005 erhöht. Ob aber die höheren Gebühren pro Haushalt und Monat, wie berichtet, bei 2,20 Euro liegen, das „kann ich noch nicht sagen“, erklärte Umweltstaatssekretärin Maria Krautzberger (SPD) am Freitag bei einer Besichtigung der Anlage. Gerhard Gamperl, Chef der Berliner Stadtreinigung (BSR), will sich ebenfalls noch nicht festlegen. Die BSR steckt noch mitten in der Tarifkalkulation. Das Ergebnis wird der Preisprüfungsstelle bei der Wirtschaftsverwaltung mitgeteilt. Genehmigt das Referat die Tarife, soll der BSR-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) am 1. Dezember die neuen Gebühren beschließen.

Hintergrund der Tariferhöhung ist die veränderte EU-Rechtslage. Ab dem 1. Juni 2005 darf kein Abfall mehr unbehandelt auf Deponien gelagert werden. Bislang werden jährlich 460 000 Tonnen pro Jahr, das ist rund die Hälfte des Berliner Restabfalls, noch unbehandelt auf Brandenburger Deponien gefahren. Die Entsorgung dieser Gesamtmenge hatte die BSR ausgeschrieben. Alba hatte im April den Zuschlag erhalten, mit der BSR im Rahmen einer Public Private Partnership, einer Kooperation öffentlicher und privater Unternehmen, 230 000 Tonnen Restabfall pro Jahr zu verwerten. Die andere Hälfte wurde an zwei andere Dienstleister vergeben.

40 Millionen Euro investiert Alba für die mechanisch-physikalischen Stabilisierungsanlage (MPS) in Reinickendorf, die gleiche Summe für eine andere Anlage in Pankow. Bei dem Verfahren wird der Abfall zunächst mechanisch aufbereitet, verwertbare Stoffe werden aussortiert. Dann wird die Abfallmenge getrocknet und in brennbare und nicht brennbare Bestandteile getrennt. Brennbare Materialien werden dann energetisch weiterverwertet.

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