• Müller & Geisel on Tour: Sechs von 54 000: Baustellenbesichtigung am "Tag der Neubauten"

Müller & Geisel on Tour : Sechs von 54 000: Baustellenbesichtigung am "Tag der Neubauten"

Bürgermeister Müller, Bausenator Geisel und Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften zeigten, was sie können

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Bei sengender Sonne wurden gestern Neubauprojekte besichtigt. Foto: Fatina Keilani
Bei sengender Sonne wurden gestern Neubauprojekte besichtigt.Foto: Fatina Keilani

Die Sonne knallt, Senator Andreas Geisel (SPD) hat trotzdem Hemd und Jackett an, da fährt der Wagen des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) vor dem Haus Colbestraße 5 in Friedrichshain vor. Müller entsteigt in offenem weißem Hemd, das über der Hose hängt, Jeans und braunen Wildlederschuhen mit blauen Schnürsenkeln. Alle lachen. Die Schuhe werden gleich mächtig Staub fangen, denn es wird eine Baustelle besichtigt, die erste von sechs.

Es ist nämlich „Tag der Neubauten“, und die sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften präsentieren jeweils eines ihrer Bauvorhaben, stellvertretend für die insgesamt 100, die sie gerade haben. Es wird gebaut wie verrückt in Berlin, die Stadt wächst, die sechs Landeseigenen wollen in den nächsten zehn Jahren 54 000 neue Wohnungen errichten. Der soziale Wohnungsbau lebt in neuer Form weiter: Um eine gute Mischung hinzukriegen, sind in den Häusern zwischen einem Drittel und der Hälfte der Wohnungen gefördert und werden günstiger vermietet. Von den 69 Wohnungen, die in der Colbestraße entstehen und für die jetzt schon die Vermietung läuft, sind 33 Prozent gefördert. Deren Mieter zahlen dann um die sechs Euro pro Quadratmeter, während jene der frei vermieteten gut zehn Euro zahlen. Eine Musterwohnung im dritten Stock wird besichtigt.

Die Wohnung ist sehr kompakt geschnitten. Bausenator Geisel ruft: „Achtung Merkposten: kein Flur!“ Man schließt die Tür auf und steht direkt im Wohnzimmer. „Wir haben optimierte Grundrisse, das spart Platz und Baukosten.“ Geisel und auch Müller betonen: „Es geht um bezahlbare Wohnungen für alle Berliner, nicht um Sozialwohnungen.“ Mit allen Mieten, auch den frei finanzierten, liege man deutlich unter dem Markt, sagt Jörg Franzen, der für die sechs Landeseigenen das Reden übernimmt. Auf der nächsten Baustelle an der Hauptstraße in Lichtenberg nennt Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch als Beispiel eine barrierefreie 58-Quadratmeter-Wohnung, die dort entstehe. Sie koste 580 Euro warm. Im Dezember würden die ersten Wohnungen bezugsfertig.
Neu ist auch, dass „Hybride“ gleich mit eingeplant werden, etwa die Kombination eines Büros im Erdgeschoss mit einer Wohnung obendrüber. Oder sogar beides in einem – sinnvoll in einer Stadt voller Freiberufler.

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