• Müllers Herkulesaufgabe: "Die Rochade der Flughäfen ist die größte strategische Herausforderung Berlins"

Müllers Herkulesaufgabe : "Die Rochade der Flughäfen ist die größte strategische Herausforderung Berlins"

Seit Wowereits Regierungserklärung wissen wir, wie Berlin regiert werden soll: wirtschaftlich, weltoffen, sozial verantwortlich, pragmatisch, routiniert. Und wer entwirft nun die dazu gehörenden Visionen?

Harald Bodenschatz,Aljoscha Hofmann
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dapd
13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Die Opposition gibt sich enttäuscht: kein Aufbruch in Sicht, keine Visionen, keine langfristige Strategie. Berlins Regierung: ein Alltagsgeschäft? Abarbeiten, was vorgestern auf den Weg gebracht oder gedacht wurde? Für die Stadtentwicklung scheint das der Leitstern zu sein, jedenfalls auf den ersten Blick.

Was sind die zentralen Projekte? Der neue Flughafen? Zweifellos ein Riesenprojekt, das aber frühere Regierungen auf den Weg gebracht haben. Stabilisierung der S-Bahn? Ein verzweifelter Versuch, die Qualität vergangener Zeiten wieder zu erreichen. „Weiterbau der A100“? Politisch wie ideologisch ein jahrzehntealtes Projekt: eine „Straße“ nur für Autos, die noch keinen Hauch von Aufbruch in den versprochenen „ökologischen Verkehrsmix“ vermittelt. 30 000 neue Wohnungen? Eher eine symbolische Antwort etwa auf die Mietensteigerungen in der Innenstadt und die Probleme der Großsiedlungen am Stadtrand.

Die Geschichte der Berliner Stadtautobahnen
Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.Weitere Bilder anzeigen
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17.03.2017 08:24Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.

Doch wo will der neue Senat hin? Berlin soll, so die frohe Botschaft, „zukunftsfähigste Metropole Europas“, „klimaneutrale Metropole“, ja „Referenzstandort für eine nachhaltige Stadt- und Raumentwicklung“ werden. Das bedeutet neue Mobilität und energie-effizientere Gebäude und Stadtviertel. Hier kommen die Anstöße aber vor allem von außen: Berlin, so Wowereit, soll mit Bundesfördermitteln ein „Schaufenster der Elektromobilität“ werden – mit einem guten Konzept, das alle Verkehrsträger umfasst, auch Trams und Fahrräder. Da fehlt eigentlich nur noch ein kleiner Schritt: Der neue Verkehrsmix braucht eine experimentelle Bühne: die großen Radialstraßen – ein internationales Topthema künftiger Stadtentwicklung, das auch wirtschaftliche und soziale Aspekte umfasst. Hier könnte Berlin vorangehen.

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