Müllproblem : Grillrückstände im Tiergarten

Der Bezirk Mitte kann das Müllproblem im Tiergarten nicht allein lösen. Regelmäßig wird die Polizei um Hilfe gebeten.

Werner Kurzlechner
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Ausgekehrt. Der Tiergarten zeigte sich am Montag vor dem Schloss Bellevue wieder sauber. Nach dem sonnigen Wochenende haben die...Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Auch am vergangenen Wochenende haben Berliner Grill- und Sonnenfreunde im Großen Tiergarten jede Menge Müll hinterlassen. 40 Kubikmeter Abfall seien am Montag entsorgt worden, sagt Harald Büttner, Leiter des Grünflächenamtes von Mitte. Allerdings war es nur etwa ein Drittel des am Osterwochenende hinterlassenen Drecks. „Aber es ist deutlich mehr, als wir üblicherweise an einem solchen Wochenende haben“, sagt Büttner. Schließlich sei das Wetter am Sonnabend kühl gewesen. Am Sonntag schien die Sonne, aber entgegen der Vorhersage. „Probleme bekommen wir meistens dann, wenn sich gutes Wetter schon ein paar Tage vorher ankündigt“, so Büttner.

Am Sonnabend und am Sonntag seien jeweils sechs Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs gewesen, sagt Bezirksstadtrat Joachim Zeller (CDU). Neben dem Tiergarten sei auch im Volkspark Rehberge und am Hackeschen Markt kontrolliert worden. Am Sonntag verstärkten zwei Polizeibeamte die Streife des Ordnungsamtes. Laut Zeller zeigten seine Mitarbeiter an diesem Tag zehn Ordnungswidrigkeiten an, unter anderem illegales Grillen. Am Samstag wurden offenbar keine Knöllchen verteilt. „Für unsere Verhältnisse war die Lage ruhig“, so Stadtrat Zeller.

Anders also als am Osterwochenende, als im Tiergarten, aber auch im Görlitzer Park in Kreuzberg ein enormes Müllchaos entstand: Die Abfalleimer quollen über, leere Flaschen und Glassplitter machten das Verweilen auf den Rasenflächen nahezu unmöglich. Im Tiergarten wurden nach Ostern 120 Kubikmeter Müll – das entspricht 15 Tonnen Müll – gesammelt, das Bezirksamt beziffert die Kosten für die Entsorgung für das Feiertagswochenende auf 15 000 Euro.

Auch wenn sich die Extremsituation jetzt nicht wiederholt hat, stellt das Grillen laut Bezirksamt ein Dauerproblem dar, das sich aus eigener Kraft kaum lösen lässt. Die Mitarbeiter kämen gegen die Massen, die die Grünflächen verwüsten, nicht an, so Stadtrat Zeller. Deshalb fragt der Bezirk regelmäßig bei der Polizei um Unterstützung an. Beispielsweise laufe eine Anfrage für das Wochenende nach Mittwoch, den 6. Mai. Dieser Tag sei ein Festtag der Sinti und Roma, an dem viel im Tiergarten gegrillt werde.

Das Bezirksamt Mitte denkt außerdem über andere Maßnahmen nach. So regten in der vergangenen Woche Zeller und Sozialstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) eine zeitweilige Sperrung vermüllter Parks an. Jutta Kalepky (parteilos), Baustadträtin in Friedrichshain-Kreuzberg, geht das zwar zu weit. Aber auch sie sieht Bedarf für einen Bewusstseinswandel der Bürger. Diese könnten sich häufig nicht vorstellen, wie viel Geld die Parkreinigung kostet – allein in ihrem Bezirk jährlich rund 200 000 Euro.

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